Krause und Pachernegg
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Digitalis-Antidot
Bedenklichkeit: *** (nur bei strengster Indikation)

IV - Antidota bei sekundärer Giftelimination und zur weiterführenden Therapie

Indikation:
Digoxin, Digitoxin (lebensbedrohliche Intoxikation): toxische Serumglykosidkonzentrationen verbunden entweder mit schweren, intraktablen Herzrhythmusstörungen oder ausgeprägter Hyperkaliämie

Dosierung:
initial: nach Blutabnahme zur Ermittlung der Glykosidkonzentration und Allergietest 160 mg als Kurzinfusion, danach Infusion von 30 mg/h über 7 bis 8 Stunden. Gesamtdosis je nach klinischem Bild, angenommener Ingestionsmenge bzw. Serumglykosidkonzentrationen. Bis zum Einsetzen der Wirkung nach ~ 1/2 bis 1 Stunde symptomorientierte Therapie: siehe Atopin bei Bradykardie und AV-Block, Antiarrhythmika und Maßnahmen zur Korrektur von Azidose und Serumelektrolyten (K, Ca, MG).

Hinweis:
Die erforderliche Dosis kann anhand von Formeln errechnet werden, ist aber unpraktisch und zeitaufwendig.
Bei kardialen Risikopatienten oder Intoxikationen mit potenziell letalen Dosen ist ein frühzeitiger Einsatz gerechtfertigt.
Obligat ist der Intrakutantest: 0,1 ml des bereits verdünnten Serums mit isotoner Kochsalzlösung auf 0,4 ml auffüllen. Davon 0,1 ml an Innenseite des Unterarms intrakutan applizieren. Bildet sich innerhalb der nächsten 15 Minuten eine starke Quaddel mit Erythem, so liegt eine Überempfindlichkeit gegen den Antikörper vor. Bei anamnestisch bekannter Allergie noch stärker verdünnte Lösung verwenden. Bei Verwendung mehrerer Chargen ist bei jeder Charge ein neuer Intrakutantest durchzuführen (Eintragung in Impfpass).

Kontraindikation:
Allergie gegen Schafglobuline



Indikationen, Dosierungen, Kontraindikationen und Nebenwirkungen beziehen sich grundsätzlich auf Vergiftungen und beschränken sich daher nur auf toxikologische Gesichtspunkte

 
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