Krause und Pachernegg
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N-Acetylcystein
Bedenklichkeit: ** (bei Indikation)

II - Antidota bei primärer Giftelimination
IV - Antidota bei sekundärer Giftelimination und zur weiterführenden Therapie

Indikation:
Paracetamol (wenn die Serumkonzentration von Paracetamol 4 Stunden nach Einnahme die Werte von 200 µg/ml bzw.15 Stunden nach Einnahme die Werte von 30 µg/ml überschreiten), Tetrachlorkohlenstoff

Dosierung:
p.o.: initial 150 mg/kg, dann 4stündlich 70 mg/kg bis zu 68 Stunden (nur für Notfälle)
i.v.: initial 150 mg/kg in 200 ml 5%iger Glukose über 60 Minuten, danach 50 mg/kg in 500 ml 5%iger Glukose über 4 Stunden, anschließend 100 mg/kg in 1000 ml 5%iger Glukose über 16 Stunden (300 mg/kg in 20 Stunden)
Es ist wichtig, mit der N-Acetylcystein-Infusion so früh wie möglich zu beginnen und in Fällen mit relevanten toxischen Ingestionsdosen vor dem Messergebnis der Paracetamolkonzentration. Dies gilt besonders dann, wenn die stationäre Aufnahme erst ungefähr 8 Stunden nach Ingestion stattfindet. Die Dauer der Therapie richtet sich nach den aktuellen Laborwerten (Paracetamol, Transaminasen).
Schemavariante:
– bei verspätetem Therapiebeginn (> 10 h nach Intoxikation)
– bei initial hohem Serumparacetamol (> 300 mg/l)
– wenn Serumparacetamol nach 20 h Therapie noch > 30 mg/l: 980 mg/kg über 48 Stunden

Hinweis:
Bei gleichzeitiger oraler Gabe von Aktivkohle (Mischintoxikationen) sollte N-Acetyl-Cystein parenteral verabreicht werden. Ist dies nicht möglich, empfiehlt es sich, die orale Initialdosis um ca. 50 % zu steigern.

Kontraindikation:
(relativ) Asthma bronchiale

Nebenwirkung:
Bei 15 % treten innerhalb der ersten 30 Minuten bei hohen Dosen und rascher Infusion unerwünsche Wirkungen auf.



Indikationen, Dosierungen, Kontraindikationen und Nebenwirkungen beziehen sich grundsätzlich auf Vergiftungen und beschränken sich daher nur auf toxikologische Gesichtspunkte

 
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