Krause und Pachernegg
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Flusssäureverätzungen
Kategorie:
Chemikalien - Sonstige

Symptome:
Verätzungen verschiedenen Grades, nach Hautkontakt tiefgreifende, unter Umständen langsam fortschreitende Nekrosen, Azidose, Hypokalziämie, unverhältnismäßig intensive Schmerzen (Latenz bis 24 Stunden möglich). Bei geringen Konzentrationen (< 20 %) und kurzzeitiger Exposition kommt es zunächst zu einer Rötung und Schwellung der Haut, die unmittelbar keine Schmerzen verursachen muss. Die Schmerzen treten meist erst nach einer Latenz von mehreren Stunden, bei Konzentrationen mit weniger als 5 % sogar erst nach mehr als einem Tag auf.
20-50 % verursachen innerhalb von 1 bis 8 Stunden Verätzungszeichen.
Bei höheren Konzentrationen (> 50 %) verfärbt sich die Haut nach der Latenzzeit sofort grau-gelblich-weiß, ohne dass es zuvor zu einem entzündlichen Stadium gekommen wäre. Es bilden sich dann aber Pusteln und Bläschen.
Wasserfreie Flusssäure zerstört die Haut sofort und die Schmerzen treten unmittelbar auf. Als erste Hilfe benetzte Kleidung entfernen, dabei Selbstschutz beachten. Kontaminiertes Areal 20 bis 30 min lang möglichst unter fließendem Wasser spülen, anschließend sofort Calciumglukonat (am besten in Gelform) auftragen. Bei Nichtverfügbarkeit eines Gels mit 20%iger Calciumglukonatlösung getränkte Kompressen auflegen.

Therapie:
- Kontamination von Extremitäten, Akren: nach angiographischem Befund intraarterielle Gabe von Calcium
- Kontamination von Brust-Stammbereich: subkutane Infiltration der betroffenen Hautareale mit Calcium
Der Erfolg wird durch Linderung der Schmerzen signalisiert.

Hinweise:
Flusssäureverätzungen (auch ohne objektiven klinischen Befund) sind immer therapiebedürftig.

 
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