Krause und Pachernegg
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Korrosiva
Untertitel:
Säuren, Laugen, Oxidationsmittel etc.

Kategorie:
Chemikalien - Sonstige

Symptome:
Nach Ingestion Ätzspuren in Mund und Rachen (fehlen manchmal), Hypersalivation, Würgen, Erbrechen, Hämatemesis, retrosternaler oder epigastrischer Schmerz, Abrinnspuren. Bedrohliche Verätzungen nur nach Ingestion entsprechender Mengen konzentrierter Säuren oder Laugen (meist suizidal).

Therapie:
- schluckweise Flüssigkeit verabreichen, keine übermäßigen Wassermengen, keine Neutralisationsversuche
- Magenspülung nur bei bedrohlichen Mengen systemtoxischer Substanzen vorsichtig innerhalb der ersten 1-2 Stunden mit weichem, dickem Schlauch und unter Intubationsschutz
- Schmerzbekämpfung mit oralen Schleimhautlokalanästhetika (z. B. Xylocain viscös)
- Schock und Azidose bekämpfen, wenn nötig intensivmedizinische Betreuung
- Inspektion: Röntgenaufnahmen von Thorax und Abdomen bei Aspirations- bzw. Perforationsverdacht mit wasserlöslichem Kontrastmittel
- bei ausgeprägter Symptomatik bzw. nach beabsichtigter Ingestion v. a. konzentrierter Säuren oder Laugen innerhalb der ersten 24 Stunden endoskopische Exploration bis zur ersten zirkulären Läsion
- bei Bedarf, chirurgische Intervention
- Corticoide zur Strikturenprophylaxe: Nach neuesten Studienergebnissen ist der Nutzen nicht erwiesen
- spezielle Therapie bei Systemtoxizität (z. B. Calciumgabe bei Oxal- und Flusssäure, Hämolysetherapie bei organischen Säuren etc.)

Hinweise:
- orale Schleimhautlokalanästhetika und orale Antazida bei Perforationsgefahr kontraindiziert
- induzierte Emesis strengstens kontraindiziert

 
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