Krause und Pachernegg
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Schlangenbiss
Kategorie:
Pilze, Pflanzen, Tiere

Symptome:
Typische Wunde (Bissmarke); örtliche Schwellung und Ödembildung, Petechien, Lymphknotenschwellung, lokale Nekrose. Durch resorptive Giftwirkung exotischer Schlangen können Übelkeit, Kollaps und Atemlähmung auftreten. Die Symptomatik und deren Ausprägung richten sich nach der Lokalisation des Bisses (Gefäße, Hals- und Gesichtsbereich am gefährlichsten), sind sehr variabel und von der Schlangenart abhängig.

Therapie:
- unnötige Manipulationen wie Aussaugen, Ausquetschen, Inzidieren usw. vermeiden
- Wunde steril abdecken
- Ruhigstellung und Bandagierung der betroffenen Extremität mit elastischer Binde und Schienung (kein Kompressionsverband nach Bissen durch Kreuzotter, asiatische Schlangen und Speikobras)
- im Notfall Blutdruckmanschette mit 55 mmHg proximal der Bissstelle anlegen
- Schmerzbekämpfung, Ruhigstellung des Patienten, Sedierung
- nötigenfalls intensivmedizinische Betreuung (Kreislauf, Blutgerinnung)
- Tetanusprophylaxe
- Schlangengift-Immunserum: Nur im Falle systemischer Vergiftungssymptome und nur intravenös. CAVE: anaphylaktische Reaktionen!
- gegen Gerinnungsstörungen eventuell zusätzlich: Humanfibrinogen bzw. Frischplasma, Heparinisierung

Hinweise:
Bei Bissen durch in Europa heimische Schlangen nur selten Intensivbehandlung oder Antiveningabe nötig (allenfalls bei Kindern), die Indikation muss nach strengen Kriterien erfolgen, da das Nebenwirkungsrisiko in Form allergischer Reaktionen relativ hoch ist. Bei Bissen durch einige exotische Schlangen kann das Antivenin die Letalität allerdings entscheidend verringern.

 
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