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Aloe
Aloe

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Wirkungen:
laxierend

Indikationen:
Obstipation

Inhaltsstoffe:
Hydroxy-anthracenderivate

Lateinische Bezeichnung(en):
Aloe barbadensis Mill.
Aloe ferox Mill.

Stammpflanze:
Aloe barbadensis Mill. (Syn. Aloe vera (L.) Webb & Berth.), Aloe ferox Mill. u. a. (Asphodelaceae)

Zusammensetzung:
Hydroxyanthracenderivate: Anthron-10-C-glykosyle (35-38 % Aloine A und B); 1,8-Dihydroxyanthrachinone (bis 1 % Aloeemodin, Chrysophanol).

Inhaltsstoffe:
Weitere Inhaltsstoffe: 2-Alkylchromone (Aloeresine), Flavonoide.
Therapeutische relevante Wirkungen:
Laxierende Wirkung: 1,8,-Dihydroxyanthracenderivate wirken motilitätssteigernd, antiresorptiv und sekretionssteigernd auf das Kolon. Sie führen zu einer Hemmung der stationären und Stimulierung der propulsiven Kontraktion, was zu einer beschleunigten Darmpassage bei gleichzeitig verminderter Flüssigkeitsresorption führt. Aloeemodinanthron und Aloeemodin zeigen im Vergleich zu anderen Dihydroxyanthronen in vitro die stärksten Hemmwirkungen am zellulären Chloridkanal.

Gewinnung:
Nach Abschneiden der Blätter tritt Zellsaft aus, der gesammelt und zur Trocknung gebracht wird.

Offizinell:
Aloe barbadensis (Curacao-Aloe): mind. 28,0 % Hydroxyanthracenderivate, berechnet als Aloin.
Aloe capensis (Kap-Aloe): mind. 18,0 % Hydroxyanthracenderivate, berechnet als Aloin.
Aloes extractum siccum normatum: 19,0-21,0 % Hydroxyanthracenderivate, berechnet als Aloin.

Weitere Wirkungen:
Antibakterielle Wirkung im Agar-Diffusionstest.

Unerwünschte Wirkungen:
Bei Einnahme hoher Dosen kann es zu vermehrter Diurese, Hämaturie, Nephritis, schweren hämorrhagischen Durchfällen, Tenesmen, Uterusblutungen und Fehlgeburt kommen. Die Einnahme von 8-10 g soll tödlich sein.
Die diskutierte kanzerogene Wirkung von Aloeemodin ist experimentell bislang nicht abgeklärt, oxidative DNA-Schäden, besonders in Gegenwart von Eisenionen, konnten allerdings an Rattenhepatozyten beobachtet werden.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen Laxantieneinnahme und dem Auftreten von kolorektalen Karzinomen konnte nicht bewiesen werden.

Kontraindikationen:
Darmverschluß, akut-entzündliche Erkrankungen des Darmes, Kinder unter 12 Jahren, Schwangerschaft, Stillzeit.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Obstipation; wenn weicher Stuhl erwünscht ist (z. B. Hämorrhoiden, Analfissuren, nach rektal-analen operativen Eingriffen). Die Wirkung der Droge setzt 6-8 Stunden nach Einnahme ein.
Ohne ärztliche Anweisung Anwendung nicht länger als 1-2 Wochen. Zubereitungen aus Aloe sollten nur eingesetzt werden, wenn durch eine Ernährungsumstellung oder mit Quellmitteln kein therapeutischer Effekt zu erzielen ist.

Erfahrungsmedizin: Der frische Blattsaft wirkt wundheilend (besonders bei Brandwunden).

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: entsprechend 20-30 mg Hydroxyanthracenderivate.
Berechnungsgrundlage: 25 mg Hydroxyanthracenderivate (= 89 mg Curacao-Aloe, 139 mg
Kap-Aloe, Aloe ohne Deklaration 109 mg).

 
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