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Anis
Anis

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Wirkungen:
Anregung der Speichel- und Magensaftsekretion, verdauungsfördernd
blähungstreibend, karminativ
expektorierend
sekretolytisch, sekretomotorisch
spasmolytisch

Indikationen:
Atemwegserkrankungen
Blähungen
Dyspeptische Beschwerden, Verdauungsstörungen

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl

Lateinische Bezeichnung(en):
Pimpinella anisum L.

Stammpflanze:
Pimpinella anisum L. (Apiaceae)

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl: 1,5-5 % mit trans-Anethol (80-95 % des Öls) als Geschmacks- und Geruchsträger. Daneben das mit dem Anethol isomere Methylchavicol (1-2 %) und Anisaldehyd (unter 1 %).
Das postulierte Vorkommen von Dimeren des Anethols (Dianethol) und des Anisaldehyds (Dianisoin) mit östrogener Wirkung in lange gelagerten Früchten konnte nicht verifiziert werden.
Weitere Inhaltsstoffe: fettes Öl (bis 30 %, hauptsächlich Glyzeride der Ölsäure, begleitet von freien Fettsäuren und Lipiden); Proteine (ca. 20 %); mineralische Bestandteile (bis 7 %); Flavonoide (etwa 0,2 %, darunter Glykoside und Glykosyle des Quercetins, Luteolins und Apigenins), Phenolcarbonsäuren.

Verwendeter Pflanzenteil:
Früchte (Anisi fructus).

Offizinell:
Anisi fructus: mind. 2,0 % ätherisches Öl.
Anisi aetheroleum: darf auch vom Sternanis (Illicium verum, Illiciaceae) gewonnen werden.
Species pectorales: je 10 Teile Malvenblüte, Königskerzenblüte und Thymianblatt, je 20 Teile Eibischblatt und Eibischwurzel, 25 Teile Süßholzwurzel, 5 Teile Anis.
Spiritus Anisi comp.: ätherisches Anisöl und Ammoniumchlorid in verdünntem Alkohol.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Die in der Literatur vorliegenden pharmakologischen Daten beziehen sich überwiegend auf "Anisöl", wobei teilweise nicht deklariert wurde, ob dieses von echtem Anis oder vom kostengünstigeren Sternanis stammt. Beide Öle besitzen zwar mit Anethol die gleiche dominierende Hauptkomponente, unterscheiden sich jedoch deutlich bezüglich ihrer Nebenkomponenten. Inwieweit diese an der pharmakologischen Wirkung beteiligt sind, ist nicht bekannt.
Expektorierende Wirkung: Oral verabreichtes ätherisches Anisöl führt einerseits über eine Anregung der Magenschleimhaut zu einer Steigerung der Bronchialsekretion, andererseits werden enteral resorbierte Komponenten auch über die Lunge ausgeschieden. Bei Inhalation gelangen therapeutisch relevante Mengen direkt in die Bronchien. Anisöl wirkt sekretolytisch und sekretomotorisch (Anregung der Tätigkeit des Flimmerepithels), für Anethol ist ein Sputum-verflüssigender Effekt nachgewiesen.

Weitere Wirkungen:
Spasmolytische Wirkung: experimentell für Anisöl und Anethol nachgewiesen.
Antibakterielle Wirkung
Choleretische Wirkung: Im Tierversuch zeigt Anisöl choleretische Wirkungen.

Unerwünschte Wirkungen:
Gelegentlich allergische Reaktionen der Haut, der Atemwege oder des Gastrointestinaltraktes beobachtet.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Katarrhe der oberen Luftwege; dyspeptische Beschwerden, Blähungen.

Empfohlene Dosierung:
Innere Anwendung: mittlere Tagesdosis 3,0 g Droge; 0,3 g ätherisches Öl (= Berechnungsgrundlage).

 
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