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Enzianwurzel
Enzianwurzel

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Wirkungen:
Anregung der Speichel- und Magensaftsekretion, verdauungsfördernd

Indikationen:
Appetitlosigkeit
Blähungen
Dyspeptische Beschwerden, Verdauungsstörungen

Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe

Lateinische Bezeichnung(en):
Gentiana lutea L.

Stammpflanze:
Gentiana lutea L (Gentianaceae)

Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe: 2-4 % Secoiridoidglykoside (Gentiopikrosid, Amarogentin [Bitterwert 58,000.000, d. h. 1 g Amarogentin macht 58.000 Liter Wasser bitter!]). Amarogentin, das in erster Linie für den Bitterwert verantwortlich ist, wird in der Wurzelrinde gespeichert.
Weitere Inhaltsstoffe: Kohlenhydrate (30-55 % Mono-, Di-, Tri- und Polysaccharide, z. B. Pektine), Xanthone (gelbe Farbstoffe), ätherisches Öl (nur ca. 0,001 %, aber für Branntweinherstellung bedeutsam).

Verwendeter Pflanzenteil:
Wurzeln (Gentianae radix)

Offizinell:
Gentianae Radix: Bitterwert mind. 10.000.
Extractum Gentianae: Bitterwert mind. 40.000.
Tinctura Gentianae: Bitterwert mind. 1000.
Tinctura Absinthii comp.: Bitterwert mind. 1000; 10 Teile Wermutkraut, 5 Teile Bitterorangenschale, je 2 Teile Kalmuswurzel und Enzianwurzel, 1 Teil Ceylonzimtrinde.
Tinctura amara: Bitterwert mind. 2000; je 5 Teile Bitterkleeblatt, Tausendguldenkraut, Bitterorangenschale und Enzianwurzel.
Tinctura Chinae comp.: Bitterwert mind. 1000; 10 Teile Chinarinde, je 4 Teile Bitterorangenschale und Enzianwurzel, 2 Teile Ceylonzimtrinde.
Species amaricantes: je 20 Teile Wermutkraut, Tausendguldenkraut, Bitterorangenschale, je 10 Teile Bitterkleeblatt, Kalmuswurzel, Enzianwurzel und Ceylonzimtrinde.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Sekretionsfördernde Wirkung: Auszüge aus der Enzianwurzel steigern reflektorisch über den bitteren Geschmack die Sekretion von Speichel und Magensaft und verbessern so Resorption und Ausnützung der Nahrung. Im Magen wird die direkte Freisetzung von Gastrin gefördert, das auf humoralem Weg weiter sekretionssteigernd wirkt. Im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung konnten therapeutische Vorteile besonders bei jenen dyspeptischen Beschwerden beobachtet werden, die auf einer insuffizienten Verdauungsfunktion bzw. auf Magenmotilitätsstörungen beruhen.
Wirkung bei Sinusitis: Enzianwurzel in Kombination mit Primelblüte, Sauerampferkraut, Holunderblüte und Eisenkraut kann bei akuter bakterieller Sinusitis die herkömmliche Therapie deutlich verbessern.

Weitere Wirkungen:
Immunologische Wirkungen: Enziantinktur normalisierte den überhöhten Gehalt an sIgA bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Unerwünschte Wirkungen:
Keine bekannt. Intoxikationen nur durch Verwechslung mit Veratrum album (Germer).

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, als Roborans und Tonikum.
In Kombination mit Eisenkraut, Primelblüte, Sauerampferkraut und Holunderblüte bei akuten und chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Atemwege.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: 2-4 g Droge, 1-3 g Tinktur, 2-4 g Fluidextrakt.
Berechnungsgrundlage: 3 g Droge.
Da die Empfindlichkeit gegenüber Bitterstoffen individuell unterschiedlich ist, sollte die Dosierung auf das Empfinden des Patienten eingestellt werden. Die Wirkung tritt verzögert ein, deshalb wird die Einnahme flüssiger Zubereitungen 30 Minuten vor dem Essen empfohlen.

 
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