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Faulbaumrinde
Faulbaumrinde

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Wirkungen:
laxierend

Indikationen:
Obstipation

Inhaltsstoffe:
Hydroxy-anthracenderivate

Lateinische Bezeichnung(en):
Frangula alnus Miller

Stammpflanze:
Frangula alnus Miller (Rhamnaceae)
Synonym: Rhamnus frangula L.

Inhaltsstoffe:
Hydroxyanthracenderivate: bis zu 8 %; Glucofrangulin A und B, Frangulin A und B, Physcion und Chrysophanol. In der frischen Rinde liegen die Glucofranguline genuin als reduzierte Anthron- und Dianthronglykoside vor. Durch Lagerung (mindestens 1 Jahr) oder künstliche Alterung (z. B. Erhitzen) werden diese oxidiert.
Weitere Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Peptidalkaloide (Frangulanin, Franganin).

Verwendeter Pflanzenteil:
"Gealterte" Rinde (Frangulae cortex).

Offizinell:
Frangulae cortex: mind. 7,0 % Hydroxyanthracenderivate, berechnet als Glucofrangulin A.
Frangulae corticis extractum siccum normatum: 15,0-30,0 % Hydroxyanthracenderivate.
Extractum Frangulae fluidum: mind. 2,5 % Hydroxyanthracenderivate.
Species cholagogae: 30 Teile Löwenzahnwurzel, je 20 Teile Kamillenblüte und Pfefferminzblatt, je 15 Teile Faulbaumrinde und Andornkraut.
Species majales: 45 Teile Faulbaumrinde, 45 Teile Sennesblatt, 3 Teile Kamillenblüte, 2 Teile Fenchel, 5 Teile Magnesiumsulfat.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Laxierende Wirkung: Diese beruht - wie bei allen Laxantien mit Hydroxyanthracenderivaten - auf einer Beschleunigung der Dickdarmpassage, einer aktiven Sekretion von Elektrolyten und Wasser in das Darmlumen und einer Hemmung der Resorption von Elektrolyten aus dem Darm.

Weitere Wirkungen:
Fungizide und antivirale Wirkung.

Unerwünschte Wirkungen:
Bei chronischem Gebrauch kann es zu Kaliumverlusten, Albuminurie, Hämaturie und Pigmenteinlagerungen in der Darmmukosa kommen. Kaliummangel kann zu einer Wirkungsverstärkung von Herzglykosiden führen.
Die in frischer Rinde enthaltenen Anthrone reizen die Magenschleimhaut stark, was zu Erbrechen, Koliken und blutigen Diarrhöen führen kann.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen Laxantieneinnahme und dem Auftreten von kolorektalen Karzinomen konnte bislang nicht bewiesen werden.

Kontraindikationen:
Wegen des Fehlens ausreichender reproduktionstoxikologischer Untersuchungen sollen Zubereitungen aus Faulbaumrinde in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Obstipation, zur Reinigung des Darmes vor Untersuchungen; wenn weicher Stuhl erwünscht ist (z. B. Hämorrhoiden, Analfissuren, nach rektal-analen operativen Eingriffen). Die Wirkung der Droge setzt 6-8 Stunden nach Einnahme ein.
Ohne ärztliche Anweisung Anwendung nicht länger als 1-2 Wochen. Zubereitungen aus Faulbaumrinde sollten nur eingesetzt werden, wenn durch eine Ernährungsumstellung oder mit Quellmitteln kein therapeutischer Effekt zu erzielen ist.

Empfohlene Dosierung:
Als Laxans: mittlere Tagesdosis entsprechend 20-30 mg Hydroxyanthracenderivate.
Berechnungsgrundlage: 25 mg Hydroxyanthracenderivate (= 350 mg Droge).

 
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