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Fingerhutblatt (Roter Fingerhut)
Fingerhutblatt (Roter Fingerhut)

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Wirkungen:
Auge, tonisierend

Indikationen:
Asthenopie

Inhaltsstoffe:
Herzwirksame Glykoside

Lateinische Bezeichnung(en):
Digitalis purpurea L.

Stammpflanze:
Digitalis purpurea L. (Scrophulariaceae)

Inhaltsstoffe:
Cardenolidglykoside: bis 0,6 %, Gemisch aus etwa 30 Cardenolidglykosiden, die sich von den Aglyka Digitoxigenin, Gitoxigenin und Gitaloxigenin ableiten.
Digitanolglykoside: Hauptglykosid Digipurpurin.
Steroidsaponine: bis 1 %, Desgalaktotigonin, Digalonin, Digitonin, Purpureagitosid, Tigonin.

Verwendeter Pflanzenteil:
Laubblätter (Digitalis purpureae folium).

Offizinell:
Digitalis purpureae folium: mind. 0,3 % Gesamtcardenolide berechnet als Digitoxin.
Folium Digitalis purpureae titratum: biologischer Wirkungswert entspricht der Standarddroge.
Tinctura Digitalis purpureae: biologischer Wirkungswert von 1 ml entspricht dem von 0,1 g Standarddroge.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Wirkungen auf das Herz: Pharmakologische Untersuchungen liegen zu den Reinsubstanzen vor. Angaben dazu (positiv inotrope Wirkung, negativ chronotrope Wirkung, etc.): siehe Fachliteratur.
Wirkungen auf das Auge: Digitalisauszüge sollen bereits in sehr kleiner Dosierung tonisierende Effekte auf die Akkomodationsleistung zeigen.

Unerwünschte Wirkungen:
Akute Toxizität am Menschen: Die anfänglichen Vergiftungssymptome sind vor allem Kopfschmerzen und Schwindel, Speichelfluß, Brechneigung und gelegentlich mehrtägiges Erbrechen. Im weiteren Verlauf äußert sich die Vergiftung in Magenschmerzen, Beeinträchtigung des Sehvermögens, Verminderung der zentralen Sehschärfe, Flimmern vor den Augen, Gelb- oder Grünsehen, Blindheit, Frostgefühl, Kolikschmerzen, Verlangsamung und Unregelmäßigkeit des Pulses, Präkordialangst, Schlaflosigkeit, Muskelzittern und Halluzinationen. Der Eintritt des Todes kann plötzlich oder auch erst nach 5-13 Tagen erfolgen.
Chronische Toxizität am Menschen: Es wurden Appetitmangel, rasche Abmagerung, Augenflimmern, Gliederschwäche, Gelenkschmerzen, Abnahme der Potenz und des Gedächtnisses, Ohnmachten, Schwindelanfälle und unregelmäßige Herzaktion infolge chronischer Vergiftung beobachtet.
Unerwünschte Wirkungen: Nach Applikation der Droge bzw. ihrer Zubereitungen kann es durch Erregung der Chemorezeptor-Triggerzone des Zentralnervensystems zu Appetitlosigkeit, Nausea und Erbrechen kommen.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Prinzipiell ist bei Herzinsuffizienz die Therapie mit Reinglykosiden jener mit Extrakten vorzuziehen, da die in der Droge enthaltenen Cardenolidglykoside in ihrer Wirkung von Begleitsubstanzen stark beeinflußt werden und die Reproduzierbarkeit der Herstellung von Auszügen aus der Droge als unzureichend eingestuft wird.
Asthenopie.

Empfohlene Dosierung:
Herzinsuffizienz: gebräuchliche Einzeldosis 0,1 g; Einzelmaximaldosis 0,3 g; Tagesmaximaldosis 1,0 g (oral).

 
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