Krause und Pachernegg
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Ginkgoblatt
Ginkgoblatt

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Wirkungen:
durchblutungsfördernd
neuroprotektiv
nootropisch
Thrombozytenaggrega-tion, Hemmung

Indikationen:
Demenz
hirnorganisch bedingte Leistungsstörungen
periphere arterielle Durchblutungsstörungen
Schwindel
Tinnitus

Inhaltsstoffe:
Diterpene
Flavonoide
Sesquiterpene

Lateinische Bezeichnung(en):
Ginkgo biloba L.

Stammpflanze:
Ginkgo biloba L. (Ginkgoaceae)

Inhaltsstoffe:
Flavonoide: Flavanole (Dihydrokämpferol-7-O-glukosid), Flavonole (0,5-1,8 %, vor allem als Mono-, Di- und Triglykoside des Isorhamnetins, des Kämpferols und des Quercetins), Biflavone (0,4-1,9 %), Catechine (0,005-0,04 %), Proanthocyanidine (8-12 %).
Terpene: Sesquiterpene (Bilobalide 0,04-0,2 %), Diterpene (Ginkgolide A, B und C in einer Gesamtkonzentration von 0,06-0,23 %), Triterpene (z. B. Sitosterol, Sitosterolglukosid).
Weitere Inhaltsstoffe: organische Säuren (Ginkgolsäuren u. a.), Kohlenhydrate, Ginkgole, Ginkgotoxin (4'-O-Methylpyridoxin), Carotinoide und Wachse.

Spezialextrakte werden nach der Extraktion durch mehrstufige Reinigungsschritte aufbereitet, wodurch der Gehalt der gewünschten Wirkstoffe erhöht wird, während unerwünschte Stoffe (z. B. Gerbstoffe, Ginkgolsäuren) entfernt werden.

Verwendeter Pflanzenteil:
Laubblätter.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Als wirksamkeitsbestimmende Stoffgruppen der Ginkgoblätter gelten die Flavonglykoside und Terpenlaktone.
Neuroprotektive Wirkung: Ginkgoextrakt verlängerte die Überlebenszeit von Mäusen und Ratten unter letalen hypoxischen Bedingungen. Für diese Wirkung dürften die Ginkgolide A und B verantwortlich sein. Der Laktat/Pyruvat-Quotient war niedriger als bei Kontrolltieren. Im zerebralen Rindengewebe der mit dem Extrakt behandelten Tiere war der Glukosegehalt wie auch der Gehalt an energiereichen Phosphaten normal, während diese Parameter bei Kontrollratten bereits dramatisch abgesunken waren. Der Zusammenbruch des zerebralen Energiestoffwechsels infolge der Hypoxie wird verzögert.
Eine sehr starke neuroprotektive Wirkung zeigt auch Bilobalid. Bei präischämischer Applikation ist es bereits in geringen Konzentrationen (5 mg/kg) wirksam und zeigt sogar nach postischämischer Applikation neuroprotektive Eigenschaften.
Verringerung des zytotoxischen Ödems: Sowohl die Entstehung als auch die Resorption von experimentellen zytotoxischen Hirnödemen bei Ratten wird positiv beeinflußt.
Wirkung bei Hirnleistungsstörungen: Ginkgoextrakte können kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit, aber auch höher integrierte Leistungen wie Gedächtnis und Lernen verbessern.
Bei schweren Demenzerscheinungen ist im Mittel das erreichbare Ausmaß der positiven Veränderungen im Vergleich zu unbehandelten Patienten gering. Allerdings sprechen manche Patienten überdurchschnittlich gut auf Ginkgo biloba an.
Anwendung bei peripherer arterieller Verschlußkrankheit: Ginkgoextrakt führt zu einer deutlichen Durchblutungssteigerung der peripheren Gefäße, besonders im Bereich der Mikrozirkulation. Bei Patienten mit pAVK im Stadium IIb nach Fontaine führte die Therapie mit Ginkgo-biloba-Extrakt (120 mg/Tag p.o., 24 Wochen) zu einer deutlichen Zunahme der schmerzfreien Gehstrecke.
Wirkungen bei Tinnitus, Schwindel, Hörsturz: Durch Ginkgo-Therapie kam es zu einer Abnahme der Tinnitus-Lautstärke am betroffenen Ohr. Die Schwindelsymptomatik wurde durch Ginkgo, im Gegensatz zu Placebo, deutlich gebessert. Patienten nach einem Hörsturz erreichten nach Ginkgo-Behandlung für die Zielgrößen absoluter Hörgewinn, Tinnituslautstärke sowie Zeit bis zur Wiederherstellung des Hörvermögens günstigere Werte als die Vergleichsgruppe.

Unerwünschte Wirkungen:
Bei p.o. Anwendung treten sehr selten leichte Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder allergische Hautreaktionen auf.
Bei parenteraler Applikation kann es eher selten zu Magen-Darm-Beschwerden, besonders bei allergischer Disposition, Kreislaufregulationsstörungen oder allergischen Hautreaktionen kommen.
Für Ginkgolsäuren sind zwar allergene Eigenschaften beschrieben, diese Säuren werden jedoch durch spezielle Herstellungsverfahren der Extrakte weitgehend eliminiert. Ginkgotoxin, ein neurotoxisches Antivitamin B6, konnte zwar auch in Blattextrakten nachgewiesen werden, die Konzentration ist aber zu gering, um unerwünschte Wirkungen auszulösen.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Zur symptomatischen Behandlung hirnorganisch bedingter Leistungsstörungen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei dementiellen Syndromen mit den Symptomen Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen.
Periphere arterielle Durchblutungsstörungen mit erhaltener Durchblutungsreserve.
Schwindel, Tinnitus vaskulärer und involutiver Genese.

Empfohlene Dosierung:
Dementielles Syndrom:
Oral: Tagesdosis Extrakt 120-240 mg
Parenteral: Tagesdosis: 50-100 mg i.m. oder langsam i.v. bzw. 100-200 mg Extrakt i.v. Infusion.
Durchblutungsstörungen, Schwindel, Tinnitus: oral: Tagesdosis Extrakt 120-160 mg
Berechnungsgrundlage: oral: 140 mg Extrakt, parenteral: 75 mg Extrakt.

 
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