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Ginsengwurzel
Ginsengwurzel

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Wirkungen:
aktivierend
konzentrationssteigernd

Indikationen:
Tonikum

Inhaltsstoffe:
Saponine
Ätherisches Öl

Lateinische Bezeichnung(en):
Panax ginseng C.A.

Stammpflanze:
Panax ginseng C.A. Meyer (Araliaceae)

Inhaltsstoffe:
Triterpensaponine: 2-3 %, hauptsächlich vom Dammarantyp. Sie werden als Ginsenoside (Panaxoside) bezeichnet. Mengenmäßig dominieren die Ginsenoside Rg1, Rc, Rd, Rb1, Rb2 und Rb0. Die Konzentration der Ginsenoside ist vom Anbaugebiet, vom Alter der Pflanze und der Dicke der Wurzel abhängig. Den höchsten Gehalt (bis zu 12 %) weisen die Haar- oder Faserwurzeln auf.
Ätherisches Öl: bis zu 0,5 %, das hauptsächlich aus Sesquiterpenen (beta-Elemen und Eremophilen) und Polyacetylenen (Panaxydol, Panaxynol und Falcarinol) besteht.
Weitere Inhaltsstoffe: Polysaccharide, Polyacetylene.

Verwendeter Pflanzenteil:
Getrocknete Wurzeln (Radix Ginseng).

Offizinell:
Radix Ginseng

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Adaptogene Effekte (unspezifische Erhöhung der körpereigenen Abwehr gegenüber exogenen Noxen und Stressoren physikalischer, chemischer und biologischer Natur): Ginsengextrakte zeigten im Tierversuch positive Effekte bei Einwirkung sowohl physikalischer Stressoren (Hitze, Kälte, Elektroschock) als auch chemischer Noxen (Alkohol). Die radioprotektive Wirkung konnte sowohl im Tierexperiment als auch an Patienten unter Strahlentherapie bewiesen werden, die Leuko-, Thrombo- und Erythrozytenzahl stieg signifikant, blutzellbildende Stammzellen regenerierten beschleunigt. In klinischen Studien konnten positive Effekte auf Blutwerte (Blutglukosespiegel, Leukozytenzahl, Gesamtserumproteine, Cholesterolspiegel) im postoperativen Stadium nachgewiesen werden.
Antiermüdungswirkung/Leistungssteigerung: Nach Gabe von Ginseng ist der Muskelglykogengehalt nach Anstrengung höher als bei Placebo, die Ausdauer ist erhöht (Mäuse-Schwimmtest). Auch die Leistungsfähigkeit von Versuchstieren konnte gesteigert werden (Klettertest). In klinischen Studien wurden Erhöhungen der Konzentrationsfähigkeit, des Reaktionsvermögens und der körperlichen Leistungsfähigkeit auch beim Menschen beobachtet.

Unerwünschte Wirkungen:
Unerwünschte Nebenwirkungen sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch von Ginsengextrakten sehr selten. Bei Einnahme hoher Dosen über längere Zeiträume kann es allerdings zu Übererregbarkeit mit Schlaflosigkeit, Niedergeschlagenheit und nervöser Unruhe kommen.
Ginsengextrakte sollten nicht gemeinsam mit Koffein enthaltenden Genußmitteln verwendet werden, da dies zum "Ginsengmißbrauchsyndrom" mit Bluthochdruck, Nervosität, Schlaflosigkeit, morgendlicher Diarrhoe, Ödemen und Euphorie führen könnte. Ebenso muß man Hypertonikern von einer Einnahme abraten, da es zu einer Blutdrucksteigerung kommen könnte.
Nebenwirkungen wurden vor allem aus Ländern wie den USA, Großbritannien und Australien berichtet, in denen Ginseng nicht als Arzneimittel, sondern als Nahrungsergänzungsmittel ("health food") eingestuft ist. Zubereitungen unterliegen somit nicht der arzneimittelrechtlichen Kontrolle. In einigen dieser Produkte konnten Drogenverfälschungen und Zumischungen potentiell toxischen Pflanzenmaterials oder stark wirkender Arzneistoffe nachgewiesen werden, manche enthielten überhaupt keine Ginsenoside.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächezuständen, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie in der Rekonvaleszenz.

Empfohlene Dosierung:
Aufguß: Tagesdosis 1-2 g Droge.
Extrakte: Tagesdosis entsprechend 25-30 mg Ginsenoside.
Berechnungsgrundlage: 1,5 g Droge (entspricht ca. 300 mg Extrakt).
Ginsengpräparate sind über einen längeren Zeitraum (bis zu 3 Monate) einzunehmen, nach einer Pause ist eine erneute Anwendung möglich.

 
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