Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Hopfenzapfen
Hopfenzapfen

Vollbildansicht

Wirkungen:
beruhigend

Indikationen:
Dyspeptische Beschwerden, Verdauungsstörungen (Erfahrungsmedizin)
Nervöse Befindlichkeitsstörungen

Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe
Flavonoide
Phloroglucinderivate
Ätherisches Öl

Lateinische Bezeichnung(en):
Humulus lupulus L.

Stammpflanze:
Humulus lupulus L. (Cannabaceae)

Inhaltsstoffe:
Inhaltsstoffe der Hopfenzapfen:
Hopfenbitterstoffe: Monoacylphloroglucide (= Hopfenbittersäuren) und ihre Autoxidationsprodukte, die im sogenannten Harz (in Hopfenzapfen ca. 15-30 %, in Hopfendrüsen 50-80 %) enthalten sind. Man unterscheidet Hartharz und alpha- und beta-Weichharze. Wichtigste Komponenten des alpha-Weichharzes sind die Humulone, während das beta-Weichharz vorwiegend die kaum bitteren Lupulone enthält. Alle Hopfenbitterstoffe sind labile Verbindungen, die schon beim Lagern allmählich in Komponenten des Hartharzes übergehen. Als flüchtiges Autoxidationsprodukt wird 2-Methyl-3-buten-2-ol gebildet. Die Gesamtharzmenge, der Weichharz- bzw. Hartharzanteil, der Gehalt an alpha- bzw. beta-Säuren sowie das Verhältnis der Humulon- und Lupulon-Homologen sind abhängig von der Hopfensorte, dem Anbaugebiet, dem Erntezeitpunkt, der Trocknung und der Lagerung des Hopfens.
Ätherisches Öl: 0,3-1 %, Gehalt je nach Sorte, Lagerzeit und Lagerbedingungen unterschiedlich. Hopfenöl setzt sich zu ca. 70 % aus Terpenkohlenwasserstoffen (Monoterpene, Sesquiterpene) und zu etwa 30 % aus sauerstoffhaltigen Verbindungen (Ester, Ketone, Alkohole, Spurenkomponenten) zusammen. Hauptbestandteile sind Myrcen (27-62 %), Humulen (3,5-35 %), beta-Caryophyllen (2,7-17 %) und 2-Undecanon (2-17 %). Derzeit sind über 150 definierte Aromastoffe des Hopfens bekannt.
Flavonoide: 0,5-1,5 %; u. a. das biogenetisch zu den Flavonoiden gehörende drogenspezifische Xanthohumol. (Xanthohumol hat im Hopfen die Bedeutung einer Leitsubstanz. Sein Gehalt nimmt während einer Lagerung von 6 Monaten um ca. 50 % ab, sodaß ein Mindestgehalt von 0,25 % im Hopfenzapfen für pharmazeutische Zwecke gefordert wird, um überlagerte Droge auszuschließen.)
Weitere Inhaltsstoffe: Proanthocyanidine (2-4 %), Phenolcarbonsäuren (z. B. Ferulasäure, Gallussäure, Kaffeesäure, p-Cumarsäure), Stickstoffverbindungen (z. B. Adenin, Betain, Cholin, Histamin).

Verwendeter Pflanzenteil:
Die ganzen weiblichen Blütenstände (Hopfenzapfen, Lupuli flos, Synonyme: Lupuli strobulus, Strobuli Lupuli).

Offizinell:
Lupuli flos; früher auch die von den Fruchtständen abgesiebten Drüsenhaare Glandula Lupuli (Hopfendrüsen).

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Sedierende Wirkung: Das sedierende Wirkprinzip wird in dem aus den Bitterstoffen Humulon und Lupulon durch Abbau entstandenen 2-Methyl-3-buten-2-ol vermutet. In Tierversuchen erwies sich diese Substanz als stark sedativ wirksam. In Kombination mit Extrakten aus Baldrianwurzel und Passionsblume zeigten Zubereitungen aus Hopfenzapfen in klinischen Studien gute Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen. Gleiches gilt für Kombinationen aus Hopfenzapfen, Baldrianwurzel und Melissenblatt wie auch für jene aus Hopfenzapfen und Baldrianwurzel.

Weitere Wirkungen:
Antibakterielle, antimykotische Wirkung: Bestandteile der Hartharzfraktion hemmen das Wachstum von Candida-, Mucor-, Fusarium- und Staphylococcus-Arten.
Östrogene Wirkung: Aufgrund von Zyklusstörungen, die bei Hopfenpflückerinnen aufgetreten sind, wurde die Vermutung geäußert, daß Hopfen östrogenartig wirkende Substanzen enthält. Für diese Wirkung sind polyphenolische Inhaltsstoffe, nicht aber Hopfensäuren, Abbauprodukte der Hopfensäuren oder Xanthohumol verantwortlich.
Hopfenbittersäuren sollen die Magensaftsekretion stimulieren; am isolierten Kaninchen- und Meerschweinchendarm zeigen alkoholische Hopfenextrakte stark spasmolytische Wirkungen.

Unerwünschte Wirkungen:
Keine bekannt. Unter Therapie mit einem Hopfen-Baldrian-Kombinationspräparat konnte keine Beeinträchtigung bei Aufmerksamkeits- und Reaktionstests festgestellt werden.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Befindensstörungen wie Unruhe und Angstzustände, Schlafstörungen.
Erfahrungsmedizin:
Bei nervösen Gastropathien, bei dyspeptischen Beschwerden zur Steigerung der Magensaftsekretion, u. a.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: 1,5 g Droge (= Berechnungsgrundlage, entspr. 300 mg Extrakt).

 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung