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Kamillenblüte
Kamillenblüte

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Wirkungen:
antimikrobiell
antiphlogistisch
spasmolytisch
wundheilungs-fördernd

Indikationen:
Blähungen
Dyspeptische Beschwerden, Verdauungsstörungen
Entzündungen im Mund u. Rachen
Hauterkrankungen
Hämorrhoiden
Magenschleimhautentzündungen

Inhaltsstoffe:
Flavonoide
Ätherisches Öl

Lateinische Bezeichnung(en):
Chamomilla recutita (L.)

Stammpflanze:
Chamomilla recutita (L.) Rauschert (Asteraceae)
Synonym: Matricaria chamomilla L., Matricaria recutita L.

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl: 0,3-1,5 %, alpha-Bisabolol, Bisabololoxide, Bisabolonoxid, Chamazulen (bis 15 %, tiefblau gefärbt, nicht genuin, entsteht bei der Wasserdampfdestillation aus Matricin), Polyine (En-In-Dicycloether = Spiroether, Polyacetylene).
Flavonoide: bis zu 6 %, Flavonoidmonoglykoside (Derivate des Apigenins, Luteolins und Quercitrins).
Cumarine: Herniarin, Umbelliferon.
Weitere Inhaltsstoffe: Polysaccharide (Schleime des Fruchtknotens und Körbchenbodens), Phenolcarbonsäuren.

Verwendeter Pflanzenteil:
Blütenköpfchen (Matricariae flos).

Offizinell:
Matricariae flos: mind. 0,40 % ätherisches Öl.
Aetheroleum Chamomillae
Extractum Chamomillae fluidum: mind. 0,30 % ätherisches Öl.
Tinctura Chamomillae
Aqua carminativa: hergestellt aus Kümmelöl, Kamillenöl, Zitronenöl, Fenchelöl und Pfefferminzöl.
Aqua carminativa regia: hergestellt aus Aqua carminativa, Spiritus aromaticus compositus und einem roten Farbstoff.
Species carminativae: je 25 Teile Pfefferminzblatt, Kamillenblüte, Kalmuswurzel und Kümmel.
Species cholagogae: 30 Teile Löwenzahnwurzel, je 20 Teile Kamillenblüte und Pfefferminzblatt, je 15 Teile Faulbaumrinde und Andornkraut.
Species laxantes: 50 Teile Sennesblatt, 20 Teile Holunderblüte, 5 Teile Kamillenblüte, 15 Teile Fenchel, 6 Teile Natrium-Kalium-Tartrat, 4 Teile Weinsäure.
Species majales: 45 Teile Faulbaumrinde, 45 Teile Sennesblatt, 3 Teile Kamillenblüte, 2 Teile Fenchel, 5 Teile Magnesiumsulfat.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Die Wirksamkeit von Kamillenauszügen bei gastrointestinalen Spasmen und entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes konnte in zahlreichen klinischen Studien belegt werden.
Ulkusprotektive Wirkung: (-)-alpha-Bisabolol hemmt dosisabhängig die durch Indometacin, Streß oder Alkohol induzierte Ulkusbildung und beschleunigt die Abheilung chemisch und thermisch induzierter Ulcera.
Spasmolytische Wirkung: Apigenin wirkt auf experimentell erzeugte Darmspasmen beim Meerschweinchen wesentlich stärker spasmolytisch als Papaverin. Auch die anderen Flavonoide, (-)-alpha-Bisabolol und die Spiroether zeigen, allerdings schwächer, diesen Effekt.
Antiphlogistische Wirkung: Sie ist für Chamazulen, Spiroether, Matricin und (-)-alpha-Bisabolol in verschiedenen Testmodellen nachgewiesen. Die Wirkung kommt durch eine Hemmung der für die Entstehung von Entzündungen wesentlichen Enzyme Cyclooxygenase und Lipoxygenase zustande. Eine Salbe mit 1 % Kamillenextrakt zeigte die gleiche Wirksamkeit wie eine 0,25 %ige Hydrocortisonsalbe.
Wundheilende Wirkung: Chamazulen beschleunigt die Abheilung von Brandwunden im Tiermodell, die Kamillenflavone unterstützen bei lokaler Applikation durch ihre entzündungshemmende Wirkung diese Effekte.
Anregung des Hautstoffwechsels: Die Applikation eines standardisierten Kamillenauszugs führte zum Anstieg der Konzentrationen von Keratininphosphat und ATP im Gewebe.

Weitere Wirkungen:
Sedative Wirkung: Kamillenauszüge führten dosisabhängig zur Verlängerung der Schlafzeit bei Mäusen.
Antibakterielle und fungizide Wirkung des ätherischen Öls.
Eine Kombination von Kamillenextrakt und Apfelpektin reduzierte die Dauer von unkomplizierten akuten Diarrhoen bei Kindern signifikant.

Unerwünschte Wirkungen:
Die berichteten Fälle von allergischen Hautreaktionen sind nach dem derzeitigen Wissensstand nicht auf die echte Kamille, sondern auf Beimischungen von Hundskamille (Anthemis cotula) zurückzuführen. Das Allergen Anthecotulid kommt in der echten Kamille praktisch nicht vor.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Innerlich: Als Spasmolytikum, Karminativum und Stomachikum, bei gastrointestinalen Spasmen und entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt.
Äußerlich: Haut- und Schleimhautentzündungen, bakterielle Hauterkrankungen, Erkrankungen der Mundhöhle und des Zahnfleisches; Entzündungen im Anal- und Genitalbereich, bei Hämorrhoiden.
Inhalation: Entzündungen und Reizzustände der oberen Luftwege.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: 9 g Droge, 36 mg ätherisches Öl (= Berechnungsgrundlage).

 
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