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Küchenzwiebel
Küchenzwiebel

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Wirkungen:
antiasthmatisch
Cholesterin-spiegel senkend

Indikationen:
Appetitlosigkeit
Arterio-sklerose
Atemwegserkrankungen (Erfahrungsmedizin)

Inhaltsstoffe:
schwefelhaltige Verbindungen

Lateinische Bezeichnung(en):
Allium cepa L.

Stammpflanze:
Allium cepa L. (Alliaceae)

Inhaltsstoffe:
Alkylcysteinsulfoxide: z. B. trans-S-(Propenyl)-L-(+)-cysteinsulfoxid (Doppelbindungsisomer von Alliin [siehe Knoblauch], Vorläufer des Tränenfaktors). Aus diesen Stoffen entstehen nach fermentativer Umsetzung die entsprechenden (Oligo-)Sulfide, Thiosulfinate und alpha-Sulfinyldisulfide (Cepaene).
gamma-Glutamyl-Aminosäuren.
Zwiebel-Alliinase: Das natürlich vorkommende Substrat der Zwiebel-Alliinase ist hauptsächlich trans-S-(1-Propenyl)-L-(+)cysteinsulfoxid, es wird z. B. beim Zerschneiden der Zwiebel enzymatisch in (Z)-Thiopropanal-S-oxid (Tränenfaktor) umgewandelt.
Wasserdampfflüchtige Bestandteile: Der Gehalt an "ätherischem Öl" wird unterschiedlich mit 0,005-0,05 % angegeben. Die im "ätherischen Zwiebelöl" enthaltenen Verbindungen entstehen wie beim Knoblauchöldestillat erst nach Fermentation durch Einwirkung der Alliinase auf die genuinen Inhaltsstoffe der Zwiebel bei der Wasserdampfdestillation.
Weitere Inhaltsstoffe: Flavone und Flavonglykoside (Quercetin und Flavonglykoside hauptsächlich in den Schalen der gelben und roten Zwiebelsorten), phenolische Verbindungen (in den Häuten und in den festen Schalen Protocatechusäure, Ferulasäure und Phloroglucin), Vitamine (Vitamin B1 ca. 70 mg/100 g Frischzwiebel, Vitamin C ca. 5 mg/100 g Frischzwiebel), Kohlenhydrate (Fruktosane 10-40 %, reduzierende Zucker 10-15 %, Saccharose 5-8 %).

Verwendeter Pflanzenteil:
Zwiebel.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Antiasthmatische/antiallergische Wirkung: Die perorale Gabe von lyophilisiertem Zwiebelsaft schützte mit Ovalbumin sensibilisierte Meerschweinchen vor einem durch Allergeninhalation ausgelösten Asthmaanfall. Die Reduktion der bronchialen Obstruktion mit dieser Dosis betrug ca. 90 %. Die Einnahme von ethanolischem Zwiebelextrakt entsprechend 2 x 200 g frischen Zwiebeln verminderte bei Asthmapatienten signifikant die allergeninduzierte Bronchokonstriktion. Nach Fermentation aus dem Zwiebelpreßsaft isolierte Thiosulfinate hemmen die Aktivität der Cyclooxygenase und 5-Lipoxygenase zu 100 %. Damit könnte die antiasthmatische Wirkung von Zwiebelzubereitungen erklärt werden. Thiosulfinate und Cepaene hemmen die anti-IgE-induzierte Freisetzung von Histamin aus peripheren Granulozyten, die Leukotrien-Biosynthese in vorstimulierten Granulozyten durch Hemmung der 5-Lipoxygenase und die Thromboxan-B2-Biosynthese in menschlichem plättchenreichen Plasma und Lungenfibroblasten.
Damit erscheint das Vorliegen eines antiasthmatischen Prinzips in der Zwiebel bewiesen und die Richtigkeit der volksmedizinischen Anwendung belegt.
Lipidsenkende Wirkung: Ähnlich wie Knoblauch beeinflußt Zwiebelpreßsaft die Blutfette. Die für diese Effekte notwendige Tagesdosis sollte 50 g frischer Zwiebeln entsprechen.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Appetitlosigkeit; zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen.
Erfahrungsmedizin:
Innerlich: bei Husten, Keuchhusten, Bronchitis, Asthma; Angina.
Äußerlich: bei Insektenstichen, Wunden, leichten Verbrennungen, Furunkeln, Warzen und zur Nachbehandlung von Blutergüssen; bei Katarrhen der oberen Luftwege.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: 50 g frische Zwiebel bzw. 20 g getrocknete Droge (= Berechnungsgrundlage).

 
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