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Maiglöckchenkraut
Maiglöckchenkraut

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Wirkungen:
diuretisch
positiv inotrop

Indikationen:
Altersherz

Inhaltsstoffe:
Herzwirksame Glykoside

Lateinische Bezeichnung(en):
Convallaria majalis L.

Stammpflanze:
Convallaria majalis L. (Convallariaceae)

Inhaltsstoffe:
Cardenolidglykoside: 0,1-0,5 % herzwirksame Glykoside, Zusammensetzung je nach Herkunft der Droge unterschiedlich; Hauptkomponenten sind Convallatoxin, Convallosid, Desglucocheirotoxin, Convallatoxol, Desglucocheirotoxol und Lokundjosid.
Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide (Glykoside von Apigenin, Chrysoeriol, Isorhamnetin, Kämpferol, Luteolin und Quercetin), Steroidsaponine, Chelidonsäure, Cholin, Azetidin-2-carbonsäure.

Verwendeter Pflanzenteil:
Die bei 60° C getrockneten Blätter und Blütenstände (Herba Convallariae).

Offizinell:
Herba Convallariae: biologischer Wirkwert mind. so groß wie von der Standarddroge.
Tinctura Convallariae: biologischer Wirkwert von 1 ml entspricht 0,2 g Standarddroge.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Resorption: Convallatoxin wird trotz seiner guten Wasserlöslichkeit nur zu 10 % resorbiert (Digitoxin aus Digitalis purpurea zu 100 %). Die im Kraut enthaltenen Saponine gelten als resorptionsfördernde Begleitstoffe.
Herzwirksamkeit: Die Wirkung der Convallariaglykoside kann qualitativ mit jener von Digitoxin oder Strophanthin verglichen werden. Bei p.o. Gabe ist die quantitative Vergleichbarkeit aber nicht gegeben. Es kommt aufgrund der geringeren Resorptionsquote der Convallariaglykoside zu einer schwächeren Wirkung als bei Digitoxin.

Weitere Wirkungen:
Wirkung auf die Nierenfunktion: Im Tierversuch konnte eine deutliche Zunahme der Natrium- und Calciummehrausscheidung nach Infusion von Convallatoxin nachgewiesen werden. Die diuretische und natriuretische Wirkung konnte ebenfalls experimentell bestätigt werden, die Rückresorptionsrate wurde zu 70-80 % gehemmt.
Venenwirksamkeit: Die i.v. Injektion von Convallariaextrakt in die Hinterextremität der narkotisierten Katze brachte eine dosisabhängige venokonstriktorische Wirkung.

Unerwünschte Wirkungen:
Der enthaltene Glykosidkomplex hat eine wesentlich niedrigere Dosis letalis als reines Convallatoxin.
Akute Toxizität beim Menschen: Hauptsymptome sind Herzrhythmusstörungen, gastrointestinale und zentralnervöse Störungen. Die geringe Resorption schließt aber schwere Intoxikationen nach Ingestion von Pflanzenteilen weitgehend aus.
Die wiederholt behauptete Giftigkeit von Maiglöckchen-Blumenwasser ist wegen der geringen Glykosidkonzentration nicht gegeben.
Die enthaltenen Saponine können lokale Reizwirkung haben.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Leichte Belastungsinsuffizienz des Herzens (Stadien I-II), Altersherz, Chronisches Cor pulmonale.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: 0,6 g eingestellte Droge (= Berechnungsgrundlage).

 
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