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Paprikafrucht
Paprikafrucht

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Wirkungen:
analgetisch
antiphlogistisch
hyperämisierend
juckreizlindernd

Indikationen:
Muskelverspannungen
Neuralgien, Myalgien
Pruritus
rheumatische Beschwerden

Inhaltsstoffe:
Scharfstoffe

Lateinische Bezeichnung(en):
Capsicum annuum L.
Capsicum frutescens L. u. a.

Stammpflanze:
Capsicum annuum L., Capsicum frutescens L. u. a. (Solanaceae)

Inhaltsstoffe:
Scharfstoffe: Capsaicinoide (Säureamide aus gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren und Vanillylamin). Menge und Zusammensetzung variieren je nach Paprikasippe.
Weitere Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (ca. 0,1 %), Farbstoffe (bis 0,8 % lipophile Carotinoide), fettes Öl.

Verwendeter Pflanzenteil:
Reife, getrocknete Früchte (Fructus Capsici).

Offizinell:
Fructus Capsici: Gehalt an Capsaicinoiden mind. 0,25 %.
Extractum Capsici: Gehalt an Capsaicinoiden mind. 2,5 %.
Tinctura Capsici: Gehalt an Capsaicinoiden mind. 0,025 %.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Hyperämisierende und analgetische Wirkung: Die lokale Applikation von Paprikazubereitungen führt initial zu einer Erregungsphase (Erythem, Wärmegefühl), die von einer anschließenden Phase mit länger anhaltender, schmerzlindernder und juckreizlindernder Wirkung abgelöst wird ("Counter-irritant-Effekt"). Bei erneuter Applikation fällt die Reaktion mit deutlich geringerer Intensität aus. In klinischen Studien konnten gute Effekte bei Pruritus, auch ansonsten therapieresistentem Pruritus wie Prurigo simplex subacuta, beim neuralgischen Schmerzsyndrom, post-zosterischer Neuralgie, diabetischer Neuropathie und bei Schmerzen des rheumatischen Formenkreises erzielt werden.
Antiphlogistische Wirkung: Paprika-Scharfstoffe hemmen die Cyclooxygenase und unterdrücken die neurogene Entzündungsreaktion.

Weitere Wirkungen:
Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt: Bei peroraler Verabreichung führen die Scharfstoffe zu einem Anstieg der Säuresekretion und zu einer Zunahme der Magenmotilität.

Unerwünschte Wirkungen:
Nicht auf geschädigter Haut und bei Überempfindlichkeit gegenüber Paprika anwenden.
Zu Behandlungsbeginn kann es zu einer vorübergehenden Verstärkung der Schmerzen kommen.
Bei längerer Anwendung capsaicinhaltiger Arzneimittel am gleichen Applikationsort kann es zu einer Schädigung sensibler Nerven kommen. Es wurde daher angeraten, die Anwendungsdauer auf 2 Tage zu beschränken. Eine erneute Anwendung am gleichen Ort sollte erst nach einer Unterbrechung von 14 Tagen erfolgen. Allerdings wurden bei klinischen Studien capsaicinhältige Salben über einen Zeitraum von bis zu 8 Wochen appliziert, wobei nur leichte lokale unerwünschte Wirkungen (Brennen, Stechen, Erythem) beobachtet wurden.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Muskelverspannungen, schmerzhafter Muskelhartspann im Schulter-Arm-Bereich sowie im Bereich der Wirbelsäule; Pruritus; Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises; diabetische Neuropathie, postherpetische Neuralgie.

Empfohlene Dosierung:
In halbfesten Zubereitungen entsprechend 0,02-0,05 % Capsaicinoide, in neueren klinischen Studien meist 0,075 %; in flüssigen Zubereitungen entsprechend 0,005-0,01 % Capsaicinoide, in Pflastern entsprechend 10-40 µg Capsaicinoide pro cm2.
Berechnungsgrundlage: 25 µg Capsaicinoide pro cm2.

 
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