Krause und Pachernegg
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Pfefferminzblatt
Pfefferminzblatt

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Wirkungen:
Anregung der Speichel- und Magensaftsekretion, verdauungsfördernd
blähungstreibend, karminativ
choleretisch, cholagog
spasmolytisch

Indikationen:
Atemwegserkrankungen
Entzündungen im Mund u. Rachen
Galle: Krämpfe, Störungen von Produktion, Fluss
Magenkrämpfe
Neuralgien, Myalgien
Pruritus

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl

Lateinische Bezeichnung(en):
Mentha x piperita L.

Stammpflanze:
Mentha x piperita L. (Lamiaceae)

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl: 0,8- ca. 4 %, Menthol (35-70 %), Menthylacetat (3-17 %), Menthon (15-40 %) und Menthofuran (2,5-7 %), 1,8-Cineol (6-8 %), Isomenthon (2-3 %), Neomenthol (2,5-3,5 %), beta-Caryophyllen (0,5-1,5 %) und trans-Sabinenhydrat (1 %).
Lamiaceengerbstoff: vom Typ der Rosmarinsäure (3,5-4,5 %), außerdem freie Phenolcarbonsäuren (z. B. Kaffee- und Chlorogensäure).
Weitere Inhaltsstoffe: Flavone (darunter Menthosid, Luteolin-7-rhamnoglukosid, Rutin und Hesperetin), Triterpensäuren (Ursolsäure, Oleanolsäure), Lipide (Neutralfette und freie Fettsäuren).

Verwendeter Pflanzenteil:
Laubblätter (Menthae piperitae folium).

Offizinell:
Menthae piperitae folium: Ganzdroge mind. 1,20 % ätherisches Öl, Schnittdroge mind. 0,90 % ätherisches Öl.
Menthae piperitae aetheroleum: Die Zusammensetzung ist im Arzneibuch in engen Grenzen definiert.
Aqua carminativa: hergestellt aus Kümmel-, Kamillen-, Zitronen-, Fenchel- und Pfefferminzöl.
Aqua carminativa regia: hergestellt aus Aqua carminativa, Spiritus aromaticus compositus und einem roten Farbstoff.
Aqua Menthae: Lösung von Pfefferminzöl in Wasser.
Species carminativae: je 25 Teile Pfefferminzblatt, Kamillenblüte, Kalmuswurzel und Kümmel.
Species cholagogae: 30 Teile Löwenzahnwurzel, je 20 Teile Kamillenblüte und Pfefferminzblatt, je 15 Teile Faulbaumrinde und Andornkraut.
Species sedativae: je 10 Teile Melissenblatt, Pfefferminzblatt, Orangenblüte und Bitterorangenschale, 60 Teile Baldrianwurzel.
Spiritus Menthae: 10 %ige Lösung von Pfefferminzöl in Ethanol.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Spasmolytische, karminative und cholagoge Wirkung: Die Wirkung wird vorwiegend, aber nicht ausschließlich, vom Gehalt an ätherischem Öl bestimmt, dessen direkter Angriff an der glatten Muskulatur eine stärkere Spasmolyse hervorruft als einzelne seiner Komponenten. Pfefferminztee führt zu einer beträchtlichen Steigerung der Gallenproduktion, wobei an der Wirkung neben dem ätherischen Öl vermutlich auch Flavonoide beteiligt sind. Als choleretische Prinzipien der Blätter kommen die Phenolcarbonsäuren Chlorogen-, Kaffee- und Rosmarinsäure in Frage. Pfefferminzextrakte führen zu einer Tonussenkung des unteren Ösophagussphinkter.
Die Komponenten des ätherischen Öls wirken sekretionsfördernd auf direktem und reflektorischem Wege. Es kommt zur Freisetzung von Salzsäure, Pepsin, Gastrin, Histamin und Prostaglandinen und dadurch zur Stimulierung der Magen- und Darmmotilität. Ein Pfefferminzextrakt (in Kombination mit anderen karminativ wirksamen Drogen wie Kümmel, Fenchel und Wermut) zeigte bei Patienten mit Oberbauchbeschwerden (Krämpfe, Erbrechen, Schwindel) eine ähnliche Wirksamkeit wie Metoclopramid.
Wirkung bei Spannungskopfschmerzen: Bei lokaler Anwendung von Pfefferminzöl auf der Haut, selbst in geringen Mengen, kommt es zu einer Sensibilisierung und Stimulation von Kälte- und Druckrezeptoren mit konsekutiver Auslösung eines lang anhaltenden Kältegefühls im Bereich der Applikation. Die Anregung der Kälterezeptoren unterdrückt die Schmerzweiterleitung. Die lokale Applikation von Pfefferminzöl auf der intakten Haut des Gesichtes führt beim Gesunden zu einer erheblichen Steigerung des Blutflusses in den Hautkapillaren.
Der Einsatz von 10 %igem Pfefferminzöl in ethanolischer Lösung in der Kupierung des Kopfschmerzes vom Spannungstyp stellt eine verträgliche Alternative zu anderen therapeutischen Möglichkeiten dar. Pfefferminzöl ist der Standardmedikation mit Paracetamol hinsichtlich Wirksamkeit und Schnelligkeit des Wirkeintritts ebenbürtig.
Wirkungen bei Erkältungskrankheiten: Bei Teemedikation ist reflektorisch über Reizung der Magenschleimhäute mit expektorierenden Wirkungen zu rechnen. Nach Inhalation erreicht Pfefferminzöl in der Lunge therapeutisch relevante Konzentrationen. Für Menthol wurden bronchospasmolytische Effekte nachgewiesen.

Weitere Wirkungen:
Antimikrobielle, antivirale und antimykotische Wirkungen: Pfefferminzöl besitzt desinfizierende, antimikrobielle und antimykotische Wirkungen. Die bei therapeutischer Anwendung erzielbaren Konzentrationen im Gewebe sind aber meist nicht ausreichend, um den Einsatz von Antibiotika oder Chemotherapeutika zu umgehen.
Wirkungen bei rheumatischen Erkrankungen: Pfefferminzöl ist äußerlich als schmerzstillende Einreibung bei Nerven- und Gliederschmerzen sowie Weichteilrheumatismus wirksam.
Antiemetische Wirkung: Pfefferminzöl übt eine anästhesierende Wirkung auf die Magenschleimhaut aus, wodurch die antiemetische Wirkung bei Übelkeit und Erbrechen erklärt werden kann.
Geschmacks- und Geruchskorrigens: Pfefferminzöl wird sehr häufig als Geschmacks- und Geruchskorrigens verwendet: in der kosmetischen Industrie zur Aromatisierung von Mundsprays, Mundwässern und Zahnpasten; in der Lebensmittelindustrie für Kaugummi, Schokoladen, Süßwaren und Liköre; in der pharmazeutischen Industrie als Korrigens für Pulver, Liquidapräparate und sofortlösliche Tees in einer Konzentration bis 0,1 %; es stellt einen beliebten Bestandteil in Lutschtabletten und Lutschbonbons bei Pharyngitis und Husten dar.

Unerwünschte Wirkungen:
Akute Vergiftungsfälle mit Pfefferminzöl beim Menschen sind nicht bekannt.
Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern: Mentholhaltige Präparate dürfen nicht als konzentrierte Dämpfe zur Inhalation verwendet werden oder in die Nase eingerieben oder eingeträufelt werden, da es reflektorisch zu Atemstillstand kommen kann.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Innerlich: krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie der Gallenblase und -wege; Katarrhe der oberen Luftwege; Mundschleimhautentzündungen.
Äußerlich: Muskel- und Nervenschmerzen, Kopfschmerzen, Pruritus.

Empfohlene Dosierung:
Innerlich: mittlere Tagesdosis: 3-6 g Droge, 6-12 Tropfen ätherisches Öl, 5-15 g Tinktur.
Inhalation: 3-4 Tropfen in heißes Wasser geben und die Dämpfe einatmen.
Äußerlich: 2-4mal täglich einige Tropfen in die betroffene Hautpartie einreiben.
Berechnungsgrundlage: 4,5 g Droge, 9 Tropfen ätherisches Öl (= 140 mg).

 
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