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Rhabarberwurzel
Rhabarberwurzel

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Wirkungen:
adstringierend
laxierend

Indikationen:
Entzündungen im Mund u. Rachen (Erfahrungsmedizin)
Obstipation

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe
Hydroxy-anthracenderivate

Lateinische Bezeichnung(en):
Rheum officinale Baill.
Rheum palmatum L. s.l.

Stammpflanze:
Rheum palmatum L. s.l., Rheum officinale Baill., Hybriden beider Arten (Polygonaceae)

Inhaltsstoffe:
Hydroxyanthracenderivate: 3-12 %, davon 60-80 % Anthrachinonglykoside (Grundkörper Aloeemodin, Chrysophanol, Emodin, Physcion und Rhein), 10-25 % Dianthronglykoside.
Gerbstoffe: Catechingerbstoffe und Gallotannine.

Verwendeter Pflanzenteil:
Geschälter Wurzelstock (Rhei radix).

Offizinell:
Rhei radix: mind. 2,20 % Hydroxyanthracenderivate, berechnet als Rhein.
Extractum Rhei: mind. 6,50 % Hydroxyanthracenderivate, berechnet als 1,8-Dihydroxyanthrachinon.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Laxierende Wirkung: 1,8-Dihydroxyanthracenderivate wirken motilitätssteigernd, antiresorptiv und sekretionssteigernd auf das Kolon. Sie führen zu einer Hemmung der stationären und Stimulierung der propulsiven Kontraktionen, was eine beschleunigte Darmpassage bei gleichzeitig verminderter Flüssigkeitsresorption bewirkt.
Adstringierende Wirkung: mit Gerbstoffgehalt erklärbar.

Weitere Wirkungen:
Blutstillende Wirkung: Innere Blutungen bei Magen- und Duodenalgeschwüren konnten mit Rhabarberextrakten gestoppt werden.
Antiphlogistische Wirkung: für einzelne Inhaltsstoffe experimentell bestätigt.

Unerwünschte Wirkungen:
Bei Überdosierung kann es zu Wasser- und Elektrolytverlusten mit entsprechenden Folgen auf die Herz-, Kreislauf- und Nierenfunktion kommen.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen Laxantieneinnahme und dem Auftreten von kolorektalen Karzinomen konnte bislang nicht bewiesen werden.
Wegen des Fehlens ausreichender reproduktionstoxikologischer Untersuchungen sollen Zubereitungen aus Rhabarberwurzel in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden.

Wechselwirkungen:
Bei chronischem Gebrauch sind Kaliumverluste möglich, die durch den gleichzeitigen Gebrauch von Thiaziddiuretika, Nebennierenrindensteroiden und Süßholzwurzel erhöht werden können. Als Folge kann die Wirkung von Herzglykosiden verstärkt und jene von Antiarrhythmika beeinflußt werden.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Obstipation. Die Wirkung der Droge setzt 6-8 Stunden nach Einnahme ein. Ohne ärztliche Anweisung soll die Anwendung nicht länger als 1-2 Wochen fortgesetzt werden. Zubereitungen aus Rhabarberwurzel sollten nur eingesetzt werden, wenn durch eine Ernährungsumstellung oder mit Quellmitteln kein therapeutischer Effekt zu erzielen ist.
Erfahrungsmedizin:
In niedrigen Dosierungen als Stomachikum, bei Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhäute.

Empfohlene Dosierung:
Als Laxans: Tagesdosis entsprechend 20-30 mg Hydroxyanthracenderivate.
Als Stomachikum: Tagesdosis entsprechend 3-9 mg Hydroxyanthracenderivate.
Berechnungsgrundlage: als Laxans 25 mg Hydroxyanthracenderivate (= 1 g Droge).

 
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