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Sennesblatt, Sennesfrucht
Sennesblatt, Sennesfrucht

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Wirkungen:
laxierend

Indikationen:
Obstipation

Inhaltsstoffe:
Hydroxy-anthracenderivate

Lateinische Bezeichnung(en):
Cassia angustifolia Vahl
Cassia senna L.

Stammpflanze:
Cassia angustifolia Vahl, Cassia senna L. (Caesalpiniaceae)

Inhaltsstoffe:
Inhaltsstoffe Sennesblatt:
Hydroxyanthracenderivate: ca. 3 % Dianthronglykoside (Sennoside A, B [Homodianthrone aus Rhein], Sennoside C, D [Heterodianthrone aus Rhein und Aloeemodin]).
Schleim: bis 10 %.
Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide (Kämpferolderivate), Naphthalinglykoside.
Inhaltsstoffe Sennesfrucht:
Hydroxyanthracenderivate: je nach Stammpflanze 3 % bzw. bis 4,5 %. Dianthronglykoside wie in den Blättern.

Verwendeter Pflanzenteil:
Fiederblätter (Sennae folium).
Früchte (Sennae fructus acutifoliae, Sennae fructus angustifoliae).

Offizinell:
Sennae folium: mind. 2,50 % Hydroxyanthracenderivate.
Sennae folii extractum siccum normatum: exakt auf 5,5-8,0 % Hydroxyanthracenderivate eingestellt.
Sennae fructus acutifoliae (Alexandriner-Sennesfrüchte): mind. 3,40 % Hydroxyanthracenderivate
Sennae fructus angustifoliae (Tinnevelly-Sennesfrüchte): mind. 2,20 % Hydroxyanthracenderivate
Pulvis Liquiritiae compositus (Kurellapulver): je 15 Teile Sennesblatt und Süßholzwurzel, je 10 Teile Fenchel und gereinigter Schwefel, 50 Teile Rohrzucker.
Species laxantes: 50 Teile Sennesblatt, 20 Teile Holunderblüte, 5 Teile Kamillenblüte, 15 Teile Fenchel, 6 Teile Natrium-Kalium-Tartrat, 4 Teile Weinsäure.
Species majales: je 45 Teile Faulbaumrinde und Sennesblatt, 3 Teile Kamillenblüte, 2 Teile Fenchel, 5 Teile Magnesiumsulfat.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Sennoside sind Prodrugs, die im oberen Magen-Darm-Kanal weder gespalten noch resorbiert werden. Erst im Dickdarm werden sie zum pharmakologisch aktiven Metaboliten gespalten.
Laxierende Wirkung: Diese beruht - wie bei allen Laxantien mit Hydroxyanthracenderivaten - auf einer Beschleunigung der Dickdarmpassage, einer aktiven Sekretion von Elektrolyten und Wasser in das Darmlumen und einer Hemmung der Resorption von Elektrolyten aus dem Darm. Die Wirkung eines standardisierten Extraktes war stärker als eine entsprechende Menge eines reinen Sennosid-Gemisches. Sowohl Rhein als auch Rhein-9-Anthron inaktivieren die membranständige K-Na-ATPase und hemmen damit die Resorption von Wasser und Natriumionen aus dem Dickdarm. Sennoside führen auch zu einer vermehrten Synthese von Prostaglandinen.

Toxizität:
Aloeemodin, das mit einem genotoxischen Risiko behaftet ist, kommt in Senna-Auszügen nur in Spuren vor. Es konnte nach Applikation therapeutischer Dosen eines Sennesfrüchte-Trockenextraktes nicht im Plasma nachgewiesen werden. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keinen berechtigten Grund, ein genotoxisches Risiko von Senna-Inhaltsstoffen für den Menschen anzunehmen.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen Laxantieneinnahme und dem Auftreten von kolorektalen Karzinomen konnte bislang nicht bewiesen werden.

Unerwünschte Wirkungen:
Bei chronischem Gebrauch kann es zu Kaliumverlusten, Albuminurie, Hämaturie und Pigmenteinlagerungen in der Darmmukosa kommen. Kaliummangel kann zu einer Wirkungsverstärkung von Herzglykosiden führen.
Durch das resorbierte Rheinanthron kann sich der Harn während der Medikation mit Sennespräparaten stärker gelb oder rot färben.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Obstipation; zur Reinigung des Darmes vor Untersuchungen; wenn weicher Stuhl erwünscht ist (z. B. Hämorrhoiden, Analfissuren, nach rektal-analen operativen Eingriffen). Die Wirkung der Droge setzt 6-8 Stunden nach Einnahme ein.
Sennesfrüchte wirken trotz ihres eventuell höheren Anthranoidgehaltes milder, weshalb sie z. B. bei Kindern bevorzugt verwendet werden. Die Anwendung von Sennesblättern und Sennesfrüchten ist während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht absolut kontraindiziert.
Ohne ärztliche Anweisung soll die Anwendung nicht länger als 1-2 Wochen erfolgen.

Empfohlene Dosierung:
Tagesdosis: entsprechend 20-30 mg Hydroxyanthracenderivate.
Berechnungsgrundlage: 25 mg Hydroxyanthracenderivate (= 1 g Sennesblatt, ca. 750 mg Sennesfrucht).

 
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