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Wacholderbeere
Wacholderbeere

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Wirkungen:
diuretisch
spasmolytisch

Indikationen:
Durchspülungstherapie, Harnsteine, Nierengrieß, Krämpfe
Dyspeptische Beschwerden, Verdauungsstörungen
Harnwegsinfekte

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl

Lateinische Bezeichnung(en):
Juniperus communis L.

Stammpflanze:
Juniperus communis L. (Cupressaceae)

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl: 0,8-2,5 %, überwiegend Monoterpenkohlenwasserstoffe, Hauptkomponenten alpha-Pinen, beta-Pinen, beta-Myrcen, Sabinen, Limonen, Terpinen-4-ol. "Nierenirritationsfaktor (NIF)": Mengenverhältnis von Terpinen-4-ol zu alpha- und beta-Pinen.
Weitere Inhaltsstoffe: Diterpensäuren, Proanthocyanidine, Catechingerbstoffe, Flavonoide und Biflavonoide, Invertzucker (bis 30 %).

Verwendeter Pflanzenteil:
Reife Beerenzapfen (Fructus Juniperi).

Offizinell:
Fructus Juniperi: mind. 1,0 % ätherisches Öl.
Aetheroleum Juniperi
Species diureticae: je 25 Teile Liebstöckelwurzel, Süßholzwurzel, Hauhechelwurzel und Wacholderbeere.
Unguentum aromaticum (Aromatische Salbe, Windsalbe): je 36 Teile Erdnußöl und gehärtetes Erdnußöl, 15 Teile gelbes Wachs, 10 Teile Lorbeeröl, je 1 Teil Lavendelöl, Rosmarinöl und Wacholderöl.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Diuretische Wirkung: Im Tierversuch konnte eine ausgeprägte diuretische Wirkung nachgewiesen werden, die in erster Linie auf den Gehalt an Terpinen-4-ol zurückzuführen ist. Die in der Literatur immer wieder zitierte Meinung, daß die diuretische Wirkung über eine Nierengewebsreizung zustande kommt, konnte widerlegt werden. Der aquaretische (und nicht saluretische) Effekt dürfte über eine Mehrdurchblutung der Niere ausgelöst werden.
Anregung der Verdauung: Wacholderbeeröl stimuliert die Sekretion von Magensaft und regt somit die Verdauung an.

Weitere Wirkungen:
Spasmolytische Wirkung: direkte Wirkung auf die glatte Muskulatur.
Choleretische Wirkung: Wacholderöl steigert im Tierversuch dosisabhängig den Gallenfluß.
Antimikrobielle Wirkung: im Tierversuch nachgewiesen, bei therapeutischen Dosen am Menschen aber nicht zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen:
Bei langdauernder Anwendung oder bei Überdosierung könnten Nierenschäden auftreten. Auch in sehr hohen Dosierungen konnten aber an Versuchstieren weder mit Wacholderbeeröl noch mit reinem Terpinen-4-ol Veränderungen an der Funktion oder der Morphologie der Nieren beobachtet werden. Wacholderbeeröl wird daher heute als toxikologisch unbedenklich eingestuft.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege; bei dyspeptischen Beschwerden.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: 2-10 g Droge, 20-100 mg ätherisches Öl.
Berechnungsgrundlage: 6 g Droge, 60 mg ätherisches Öl.

 
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