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Praxisrelevanz
Diedrich K et al.
Schwangerschaft und Outcome der Kinder nach ART

Speculum - Zeitschrift für Gynäkologie und Geburtshilfe 2011; 29 (4) (Ausgabe für Österreich): 17-22

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Paare, die über eine Kinderwunschbehandlung informiert werden, müssen über folgende Punkte hinsichtlich Risiken, Schwangerschaftsverlauf und Geburt beraten werden:
1. Das Risiko eines Abortes ist nach ART erhöht. Dies scheint durch den zugrundeliegenden unerfüllten Kinderwunsch bedingt zu sein.
2. Das Risiko einer Extrauteringravidität ist nach IVF erhöht, was auf die erhöhte Prävalenz von Tubenpathologien in dem Patientenkollektiv zurückzuführen ist (2– 8 % vs. 1 %).
3. Das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft ist nach ART erhöht (15–25 % vs. 1–2 %). Dies ist aufgrund der höheren Morbidität und Mortalität von Mehrlingsschwangerschaften die wichtigste Komplikation der Kinderwunschbehandlung. Der Transfer von nur 1 oder 2 Embryonen bildet die effektivste Strategie, das Mehrlingsrisiko zu minimieren.
4. Schwangerschaften nach ART haben ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie, eine Placenta praevia und eine Plazentalösung.
5. Schwangerschaften nach ART haben ein erhöhtes Risiko für Frühgeburtlichkeit, ein niedriges Geburtsgewicht und eine erhöhte perinatale Mortalität (Erhöhung etwa um den Faktor 2).
6. Das Fehlbildungsrisiko ist nach IVF und ICSI gegenüber spontan konzipierten Schwangerschaften signifikant um den Faktor 1,3 erhöht. Der unerfüllte Kinderwunsch scheint ein Risikofaktor für Fehlbildungen darzustellen. Man rechnet mit einer Fehlbildung in einer von 15 Schwangerschaften nach Spontankonzeption und mit einer in 12 Schwangerschaften nach IVF oder ICSI.
7. Die Kinder nach ART entwickeln sich ähnlich wie spontan konzipierte Kinder, vorausgesetzt, sie sind zeitgerecht, mit normalem Geburtsgewicht und ohne Fehlbildungen geboren worden.
8. Hinsichtlich neurologischer Gesundheit, Intelligenz und Verhalten kann man von einer unauffälligen Entwicklung des reifen Neugeborenen mit normalem Geburtsgewicht nach IVF und ICSI ausgehen. Eine erhöhte neurologische Morbidität wird in Registerstudien jedoch beschrieben, was auf die erhöhte Frühgeburtsrate und erhöhte Rate an Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht zurückzuführen ist.
 
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