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Praxisrelevanz
Limbrock JG
Störungen der Mundmotorik bei Kindern mit infantiler Zerebralparese (ICP)

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2011; 12 (4): 360-366

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In den Industrieländern hat die Zerebralparese eine Prävalenz von ca. 2,2 %. Bei ca. 1/3 der Betroffenen sind orofaziale Störungen so alltagsrelevant, dass sie eine spezielle Behandlung erfordern. Unbehandelt können die fazio-oropharyngealen Störungen bei ICP zu Saug-, Schluck- und Kaustörungen führen, zum persistierenden Speichellaufen, sowie längerfristig zu Ausspracheproblemen (Dysarthrie) und Zahn- und Kieferfehlstellungen. Eine Frühdiagnostik und -therapie ist daher wichtig. Die Therapie sollte sich am Pathomechanismus der gestörten fazio-oro-pharyngealen Bewegung und Wahrnehmung mit entsprechenden ganzkörperlichen Therapiekonzepten orientieren (z. B. Castillo- Morales®-Konzept, Pörnbacher-Therapie, FOTT), und auch mit stimulierenden intraoralen Geräten. Symptomatisch wirksame Ansätze, wie die Operation der Speicheldrüsen oder Injektion von Botulinumtoxin, sollten erst als fernere Therapieoptionen gelten. Dafür ist günstig, wenn ein interprofessionelles Team über abgestufte Therapieoptionen verfügt und diese individuell anpasst. Ähnliche Überlegungen gelten für Schluckstörungen und die Indikation zur Anlage eines Gastrostomas; dies wird im Lichte neuerer Erkenntnisse der Neuroplastizität des Schluckens reflektiert. Da Kinder mit ICP heute länger leben, sind zunehmend auch neurologische Institutionen für Erwachsene involviert.
 
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