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Praxisrelevanz
Bannowsky A, Jünemann KP
Erektile Funktion und Dysfunktion nach radikaler Prostatektomie - Ist die sexuelle Rehabilitation Mythos oder Wirklichkeit?

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2011; 8 (6): 424-427

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Die Zunahme der durchgeführten radikalen Prostatektomien in den vergangenen Jahren führt zwangsläufig zu einem Anstieg der Anzahl der operationsbedingten Erektionsstörungen. Mit der Etablierung der anatomischen nerverhaltenden radikalen Prostatektomie konnte diese Zahl reduziert werden. Trotz immer subtilerer Operationstechniken und beidseitigem Erhalt der kavernösen Nervenbündel erleidet weiterhin eine große Anzahl von Männern eine postoperative Erektionsstörung. Ausgehend von einer überwiegend neurogenen Komponente des postoperativen Erektionsverlustes ist der Funktionserhalt der Schwellkörper bis zum Wiedereinsetzen einer suffizienten neurogenen Steuerung von immenser Wichtigkeit. Im Nachsorgeintervall von 18 Monaten führt eine regelmäßige tägliche Einnahme von niedrig dosiertem Sildenafil (25 mg zur Nacht) zu einer signifikant schnelleren und besseren Rehabilitation der erektilen Funktion, im direkten Vergleich zur Kontrollgruppe ohne potenzfördernde Medikation. Obwohl trotz zahlreicher Studien derzeit noch kein „Standardkonzept“ zur optimalen erektilen Rehabilitation nach radikaler nervenschonender Prostatektomie existiert, gelten die Phosphodiesterase- 5-Inhibitoren (Sildenafil – Viagra®, Vardenafil – Levitra®, Tadalafil – Cialis®) derzeit mit gutem Erfolg als Goldstandard in der First-line-Therapie. Im Falle eines Therapieversagens werden intraurethrale oder intrakavernöse Prostaglandin- E1-Applikationen als Second-line-Therapie eingesetzt. Eine Schwellkörperprothesenimplantation kommt bei ungenügender Rehabilitation der erektilen Funktion nach den vorgenannten Möglichkeiten als Ultima Ratio in Betracht.
 
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