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Praxisrelevanz
Gruber A, Knosp E
Auf einen Blick: Karotis-Sinus-cavernosus-Fistel

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2013; 14 (1): 28-32

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-Karotis-Sinus-cavernosus-Fisteln (CCF) stellen eine inhomogene Gruppe von arteriovenös shuntenden Gefäßerkrankungen der Schädelbasis dar, welche sowohl als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas als auch spontan auftreten können.
-CCFs Barrow-Typ A entstehen durch traumatische intrakavernöse Karotiszerreißung mit konsekutiver Arterialisierung der in den Sinus cavernosus einmündenden venösen Blutleiter. Es handelt sich in der Regel um Direktfisteln mit hohem Shuntvolumen und erheblicher neurologischer und ophthalmologischer Symptomatik.
-CCFs Barrow-Typ B–D stellen durale arteriovenöse Fisteln in der Wand des Sinus cavernosus bzw. der sinusnahen Dura der Schädelbasis dar. Ihr duraler Nidus erhält Zuflüsse aus dem Carotis-interna- und -externa- Stromgebiet und nutzt den Sinus cavernosus als venöse Drainage.
-Die klinische Symptomatik der CCF erklärt sich zumeist aus dem individuellen venösen Drainagemuster, wodurch ophthalmologische Symptomatik, Tinnitus und in seltenen Fällen intrakranielle Blutungen entstehen.
-Die Behandlung richtet sich nach dem Fisteltyp, dem arteriovenösen Shuntvolumen und der klinisch-neurologischen Symptomatik. CCFs Barrow-Typ A werden zeitnahe zum Schädel-Hirn-Trauma durch endovaskuläre Kathetereingriffe behandelt. Über transarterielle oder transvenöse Zugänge kann der Fistelverschluss unter Karotiserhalt (rekonstruktiv) oder Karotisverschluss (dekonstruktiv) erfolgen. Als Embolisationsmaterialien stehen Coils, Mikroballone, selten auch Stents zur Verfügung. CCFs Barrow-Typ B–D werden durch endovaskuläre und/oder neuroradiochirurgische Eingriffe behandelt. Die neurochirurgische Operation hat in den seltenen Fällen der gleichzeitig erforderlichen zerebralen Revaskularisation durch Bypasschirurgie ihre Rolle.
 
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