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Praxisrelevanz
Riemann JF
Diabetes und Karzinomrisiko des Verdauungstrakts: Update 2012

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2013; 6 (2): 30-32

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Gerade für den Diabetiker gibt es nach allen vorliegenden Daten ein erhöhtes Risiko für eine Reihe von Krebserkrankungen, besonders für Krebse des Verdauungstrakts. Dazu gehören das Kolonkarzinom als einer der häufigsten Krebse des Menschen, der Bauchspeicheldrüsenkrebs und das hepatozelluläre Karzinom. Regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen, über die der Diabetiker gut informiert sein sollte, gehören daher gerade für das Kolonkarzinom gemäß den S3-Leitlinien [30] in den Behandlungsalgorithmus besonders auch des Diabetikers [31]. Für das Pankreaskarzinom gibt es keine klaren Vorsorgeoder Früherkennungsempfehlungen. Der behandelnde Arzt sollte das Risiko kennen und bei klinischem Verdacht differenzialdiagnostisch in Betracht ziehen. Bei Typ-2-Diabetikern gehört im Krankheitsverlauf bei Verdacht auf eine Lebererkrankung eine vernünftige Labordiagnostik (zunächst Transaminasen, gamma-GT) und bei Auffälligkeiten eine weitergehende Abklärung einschließlich einer subtilen Ultraschalluntersuchung zur Strategie, um den häufigsten Tumor, das hepatozelluläre Karzinom, rechtzeitig zu entdecken. Heute sind gute und erfolgreiche Behandlungsoptionen vorhanden. Das gilt auch und gerade für den medikamentös behandelten Diabetiker. Er sollte unter besonderer Beobachtung stehen. Je nach Art seiner Behandlung ist sein Risiko, einen der genannten Krebse zu entwickeln respektive eine raschere Progression eines vorhandenen Tumors zu haben, erhöht. Unabhängig davon ist auch für den Diabetiker richtig, dass gesunder Lebensstil mit körperlicher Aktivität, Reduktion des Körpergewichts, Verzicht auf das Rauchen, sehr mäßiger Alkoholkonsum und eine konsequente ärztliche Überwachung entscheidend mit dazu beitragen können, dass sein Risiko für eine Krebsentwicklung deutlich gesenkt wird [32].
 
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