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Praxisrelevanz
Fitscha P, Haoula D
Aus der Sicht der Praxis: Ist die obstruktive Schlafapnoe mit Recht ein Waisenkind in der Hypertensiologie?

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2014; 18 (2): 61-65

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1. Die OSA bzw. das OSAS ist hochprävalent und wird nicht ausreichend diagnostiziert.
2. Patienten mit OSA/OSAS haben eine erhöhte Mortalität durch Autounfälle sowie eine erhöhte kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität.
3. Es gibt Hinweise, dass die CPAP-Therapie die tödlichen Autounfälle und die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität bei Männern reduzieren kann.
4. Patienten mit OSA/OSAS haben häufig eine Hypertonie. Umgekehrt haben Hypertoniker sehr oft ein OSAS, insbesondere Patienten mit einer therapieresistenten Hypertonie.
5. Eine CPAP-Behandlung senkt den Blutdruck um etwa 2 mmHg (Metaanalysen.
6. Bei Patienten mit schwerer OSA oder mit therapieresistenter Hypertonie ist eine wesentlich stärkere Blutdrucksenkung unter CPAP-Therapie um bis zu 11 mmHg (24-Stunden-Messung!) möglich.
7. Bei symptomatischen Patienten wird durch CPAP die Lebensqualität verbessert.
8. Adipöse Hypertoniker, non-dipper oder Patienten mit isolierter nächtlicher Hypertonie sollten ambulant polygraphisch untersucht werden und bei Vorliegen einer OSA in ein Schlaflabor zugewiesen werden.
9. Die OSA ist aus Sicht der Praxis zu Unrecht ein „Waisenkind“ in der Hypertensiologie. Der Artikel soll das Interesse bei Hausärzten und Internisten reaktivieren, an die OSA öfter zu denken und ein Polygraphie-Screening zu veranlassen!
Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe nur aus dem Blickwinkel des Hypertensiologen zu betrachten und nach dem Ausmaß der Blutdrucksenkung zu beurteilen, die in Metaanalysen erreicht wurde, wird der Bedeutung dieser Atmungsstörung nicht gerecht. Schlafapnoe bedeutet für die Betroffenen ein höheres Mortalitätsrisiko; höhere kardiovaskuläre und andere Morbiditäten und schlechtere Lebensqualität. Da die Diagnose einfach und die Therapie effizient ist, sollten Schlafapnoe-Fragebögen (z. B. Berliner Fragebogen) in jeder Allgemeinarzt- und Internistenpraxis aufliegen und insbesondere Männer im mittleren Lebensalter [3] aufgefordert werden, diese auszufüllen.
 
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