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Praxisrelevanz
Passet-Wittig J et al.
Prävalenz von Infertilität und Nutzung der Reproduktionsmedizin in Deutschland

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2016; 13 (3): 80-90

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Der anhaltende Aufschub von Geburten in Deutschland bedingt einen Anstieg des altersbedingten Infertilitätsrisikos. Immer mehr Paare müssen sich deshalb mit dem Thema Infertilität und ihren Handlungsoptionen zur Erfüllung eines Kinderwunsches auseinandersetzen. Für Deutschland gibt es jedoch kaum aktuelle Daten über die Verbreitung von Infertilität und die Nutzung reproduktionsmedizinischer Angebote von Frauen, Informationen zu Männern fehlen fast vollständig. Die vorliegende Arbeit liefert wichtige Erkenntnisse über den Anteil von Infertilität Betroffener und deren soziodemographische Merkmale sowie Hinweise auf soziale Selek tion in die Kinderwunschbehandlung, separat für Frauen und Männer im Alter von 29–31 und 39–41 Jahren. Die Befunde und potenzielle Erklärungen werden unter Berücksichtigung des generativen Verhaltens der Gruppen vorgestellt und diskutiert.
Die neuen Zahlen über die Punktprävalenz von Infertilität können für eine Abschätzung des Behandlungsbedarfs bei Frauen und Männern in den untersuchten Altersgruppen genutzt werden. Es ist zudem wichtig, den Paaren, die sich mit ihren Handlungsoptionen bei Infertilität auseinandersetzen müssen, unabhängige Informations- und (psychosoziale) Beratungsangebote zur Verfügung zu stellen. Diese stellen eine Voraussetzung dar, um informierte Entscheidungen über eine Kinderwunschbehandlung oder Alternativen wie Adoption und Pflegeelternschaft treffen zu können. Es ist anzunehmen, dass sich die Bedürfnisse der Betroffenen abhängig von deren Lebenssituation unterscheiden. Das Wissen über sozialstrukturelle Unterschiede im Infertilitätsrisiko sowie in der Inanspruchnahme der Reproduktionsmedizin kann dabei helfen, die unterschiedlichen Lebenssituationen und damit die Ausgangsbedingungen von Infertilität Betroffener für eine Kinderwunschbehandlung besser zu verstehen und lässt sich dafür nutzen, Unterstützungsangebote zielgruppenspezifisch auszurichten.
 
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