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Praxisrelevanz
Sevelda P
Hormone und Karzinom aus der Sicht des gynäkologischen Onkologen

Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2009; 3 (4) (Ausgabe für Österreich): 20-23
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2009; 3 (4) (Ausgabe für Schweiz): 23-26

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Die aktuelle Datenlage zu HRT und Mammakarzinom bestätigt ein erhöhtes Brustkrebserkrankungsrisiko für Frauen unter einer kombinierten Östrogen/Gestagentherapie, die länger als 2–5 Jahre durchgeführt wird. In absoluten Zahlen gesehen ist die Zunahme des Risikos in der Größenordnung von 8–18 zusätzlichen Brustkrebsfällen pro 10.000 Frauen innerhalb von einem Jahr anzusetzen. Ob andere Gestagene wie das natürliche Progesteron oder das Dydrogeston dieses Risiko reduzieren können, ist derzeit nicht ausreichend durch klinische Studien belegt. Eine alleinige Östrogentherapie zeigt kein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Mammakarzinoms. Eine HRT nach der Diagnose eines Mammakarzinoms führt zu einem erhöhten Rezidivrisiko und bleibt daher kontraindiziert. Die Pille führt zu einer deutlichen Reduktion des Ovarialund Endometriumkarzinomrisikos. Eine Hormonersatztherapie mit alleinigem Östrogen bei vorhandenem Uterus führt zu einem erhöhten Endometriumkarzinomrisiko. Eine Östrogenmonotherapie nach Behandlung eines Endometriumkarzinoms ist nach derzeitiger Datenlage auf Basis retrospektiver Untersuchungen mit keinem erhöhten Rezidivrisiko verbunden, dennoch kann aufgrund der epidemiologischen Daten eine Risikoerhöhung nicht ausgeschlossen werden. Eine Hormonersatztherapie nach Behandlung eines Ovarialkarzinoms ist vor allem bei jungen Frauen nach Borderline- Tumoren, nach Keimzelltumoren und nach Keimstrang- Stroma-Tumoren eine Behandlungsmöglichkeit, ohne dass dazu jedoch Daten vorliegen. Aber die einerseits exzellente Prognose dieser Tumoren und andererseits das junge Alter der betroffenen Frauen stellen die Lebensqualität in den Vordergrund. Für das epitheliale Ovarialkarzinom kann eine Hormonersatztherapie nach Abschluss der Therapie nicht empfohlen werden, auch wenn dazu keine schlüssigen Studien vorliegen.
 
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