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Praxisrelevanz
Strupp M
Diagnostik und Therapie vestibulärer Störungen

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2010; 11 (3): 54-62

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- Benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV): Die Wirksamkeit der Lagerungsmanöver nach Semont und Epley zur Behandlung des BPPV des posterioren Bogengangs ist durch randomisierte kontrollierte Studien und Metaanalysen belegt. Beide sind auch in der Selbstbehandlung erfolgreich. Die jährliche Rezidivrate liegt bei etwa 15 % und insgesamt bei 50 %. - Neuritis vestibularis: Die Monotherapie mit Glukokortikoiden verbessert signifikant die Erholung der peripheren vestibulären Funktion. Rezidive im Langzeitverlauf sind selten, wenn diese auftreten, dann auf der vorher nicht betroffenen Seite (1,9 %). - Morbus Menière: Eine hochdosierte, langdauernde Behandlung mit Betahistin (3× 48 mg/die) reduziert die Zahl der Attacken signifikant im Vergleich zu einer niedrigeren Dosierung (3× 16–24 mg/die); dies wird derzeit durch eine randomisierte kontrollierte Dosisfindungsstudie weiter untersucht. - Vestibuläre Migräne: Diese ist das Chamäleon episodischer Schwindelformen und die häufigste Ursache rezidivierender, spontan auftretender Schwindelattacken. Die diagnostischen Kriterien müssen verbessert werden. Es liegen weiterhin keine kontrollierten Studien zur spezifischen Therapie vor. Es fällt eine hohe Komorbidität mit Angsterkrankungen und Depression auf, die bei der Therapie zu berücksichtigen ist. - „Downbeat“- und „Upbeat-Nystagmus“-Syndrom, episodische Ataxie Typ 2: Der Kaliumkanalblocker 4- Aminopyridin ist prophylaktisch bzw. symptomatisch wirksam. Für den „Downbeat-Nystagmus“ liegt eine kontrollierte Studie vor, die anderen Befunde müssen noch durch kontrollierte Studien gestützt werden. - Phobischer Schwankschwindel: Diese somatoforme Erkrankung ist die häufigste Ursache von Schwindel bei den 20–60-Jährigen; im Langzeitverlauf zeigt sich in etwa zwei Drittel der Fälle eine Besserung. Kombinierte Pharmako- und Verhaltenstherapie ist wirksam, wobei allerdings keine kontrollierten Studien vorliegen.
 
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