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Praxisrelevanz
Graf C, Klein D
Bewegung bei Vorschulkindern: Empfehlungen und Wirklichkeit

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2011; 4 (2): 16-20

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Unbestritten sind der Nutzen von körperlicher Aktivität und die Forderung nach entsprechender Förderung [3]. Diese sollte möglichst früh beginnen, optimal im Vorschulalter und das gesamte familiäre und Lebensumfeld der Kinder integrieren. Die bisherigen Ergebnisse aus diversen Untersuchungen im Setting Kindergarten scheinen erfolgreich [37, 38]. Kritisch betrachtet werden muss dabei allerdings, dass Kinder aus sozial schwächer gestellten Familien und/oder mit Migrationshintergrund – wenn überhaupt – erst später Kindergärten besuchen. Insbesondere in diesen Gruppen besteht allerdings ein höheres Risiko für Bewegungsmangel und die damit assoziierten Folgen, somit müssen entsprechende Konzeptionen in anderen Umfeldern entwickelt und hinsichtlich ihres Nutzens wissenschaftlich geprüft werden, z. B. pädiatrischen Praxen etc. Umso wichtiger erscheinen daher die Förderung einer intersektoralen Zusammenarbeit und ein Schwerpunkt in der Planung und Umsetzung auf Qualitätssicherung und Projektmanagement, um auch nachhaltig erfolgreich zu sein. Zur Orientierung kann das Strukturmodell zur Planung und Umsetzung präventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen dienen [42], um die Maßnahmen passgenau ausrichten zu können. Sicherlich den größten Nutzen haben verhaltenspräventive Maßnahmen, um so tatsächlich die Möglichkeit bewegungsfreundlicher und -fördernder Lebensräume zu eröffnen. Eltern sollten ermutigt werden, den (All-) Tag ihrer Kinder aktiver zu gestalten und ebenso wie weitere Betreuungspersonen als Vorbild zu dienen. Es sind dazu aber auch politische und wirtschaftliche Stakeholders gefragt und gefordert, um die Lebensräume entsprechend auszugestalten, um einen nachhaltigen Strukturwandel im Sinne anti-obesogener Lebensräume anzustreben, die zu mehr Bewegung und einer gesundheitsfördernden Lebensweise einladen, z. B. die Schaffung von Radwegen, Einführung einer kundenfreundlichen Lebensmittelkennzeichnung (z. B. „Ampfel“ [Abb. 1]) etc.
 
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