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Herrmann W  
Die Bedeutung der Hyperhomocysteinämie als Risikofaktor für degenerative Erkrankungen: ein Überblick

Journal für Ernährungsmedizin 2002; 4 (1) (Ausgabe für Schweiz): 5-11
Journal für Ernährungsmedizin 2002; 4 (1) (Ausgabe für Österreich): 7-14

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Abb. 1: Homocystein - Metabolismus Abb. 2: Homocysteinkonzentration - Nierenpatienten Abb. 3: Homocysteinkonzentration - Alter Abb. 4: Vegetarier - Homocystein - Konzentration Abb. 5: Homocystein - Atherothrombose Abb. 6: Homocstein - Gerinnungskaskade



Keywords: AtheroskleroseErnährungsmedizinHomöopathieHyperhomocysteinämieKardiologiekardiovaskuläre ErkrankungMethylmalonsäureNierenerkrankungVegetarierVitaminmangel

Hyperhomocysteinämie ist das Resultat eines gestörten intrazellulären Methioninstoffwechsels, dem ein Enzym- und/oder Vitaminmangel zugrunde liegt. Aus epidemiologischen Studien ist bekannt, daß Hyperhomocysteinämie einen Risikofaktor für koronare Herzerkrankung, Schlaganfall, periphere arterielle Verschlußkrankheit und venöse Thrombosen darstellt. Unterschiedliche Resultate fand man dagegen bislang in prospektiven Studien. Derzeit noch laufende multizentrische Studien sollen Klarheit über die Kausalität von Hyperhomocysteinämien wie auch über den Wert homocystein-senkender Therapien bringen. Die Einleitung des atherogenen Prozesses durch Hyperhomocysteinämie scheint mit der Veränderung der Funktion der Endothelzellen wie auch der glatten Muskelzellen der Gefäßwand und einer dadurch vermehrten Bildung reaktiver Sauerstoffspezies verknüpft zu sein. Dabei werden eine gesteigerte endotheliale Expression von Adhäsionsmolekülen, eine verstärkte Ablagerung von oxidiertem LDL in der Gefäßwand und eine dadurch induzierte Bildung von Schaumzellen in der Gefäßwand beobachtet. Hyperhomocysteinämie interferiert zusätzlich mit dem Gerinnungssystem und wirkt über diesen Weg prothrombotisch. Eine hohe Prävalenz von Hyperhomocysteinämien, die mit zunehmendem Alter deutlich ansteigt, wird bei Senioren als Folge eines Vitaminmangels beobachtet. Bei älteren Personen wird mit großer Häufigkeit ein Vitamin-B12-Mangel gefunden, der zuverlässiger durch Messung des Serumspiegels an Methylmalonsäure als durch die Konzentration des "Gesamt-Vitamin-B12" im Serum erfaßt werden kann. Personen, die eine strikte vegetarische Diät einhalten, zeigen eine hohe Prävalenz an Hyperhomocysteinämie, die vor allem durch einen funktionellen Vitamin-B12-Mangel (erhöhter MMA-Spiegel) bedingt ist. Nicht zuletzt wird Hyperhomocysteinämie auch als pathogener Faktor bei der Entstehung von Neuralrohrdefekten und Präeklampsie diskutiert. Eine frühzeitige Diagnose eines intrazellulären Vitamin-B12-Mangels ist für die Prävention von neurologischen Schäden von hoher Relevanz. Homocystein sollte gemessen werden: bei Patienten mit familiärer Häufung von atherothrombotischen Gefäßerkrankungen, bei Patienten mit Diabetes mellitus oder Hyperlipidämie, bei Nierenpatienten, bei Adipösen, bei älteren Personen, bei postmenopausalen Frauen und in der frühen Schwangerschaft. Die spezifische Diagnose eines eventuell zugrundeliegenden Vitaminmangels ist für eine adäquate Therapie wichtig. Personen mit einer Homocysteinkonzentration im Plasma oder Serum > 12 µmol/l sollten ihre diätetische Zufuhr von Vitaminen steigern und/oder die Vitaminaufnahme durch Supplements ergänzen.
 
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