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Holler C  
Der Einfluß der kognitiven Kontrolle des Eßverhaltens auf Nahrungsauswahl und Geschmackspräferenzen

Journal für Ernährungsmedizin 2001; 3 (4) (Ausgabe für Schweiz): 5-9
Journal für Ernährungsmedizin 2002; 4 (1) (Ausgabe für Österreich): 21-25

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Abb. 1: Konsum Bio-Lebensmittel/konventionelle Lebensmittel Abb. 2: Lebensmittel - Geschmack



Keywords: Bio-LebensmittelEssverhaltenGeschmackspräferenzenkognitive KontrolleNahrungsauswahl

Das Ziel dieser prospektiven, doppelt blinden Ernährungsstudie im cross over Verfahren war, herauszufinden, ob sich Geschmackspräferenzen für Lebensmittel aus biologischem oder industrialisiertem Landbau nachweisen lassen. Die Lebensmittel unterschiedlichen Ursprungs wurden 28 Studienteilnehmern an einem Bufett möglichst produktident angeboten. Die Untersuchung des Einflusses der kognitiven Kontrolle auf das Geschmacksempfinden war ein weiteres Ziel dieser 4 Wochen dauernden Studie. Probanden mit einem sog. "guten Ernährungsverhalten" unterlagen einer hohen kognitiven Kontrolle (Fragebogenerhebung zu Beginn der Studie), welche mit einem vermehrten Konsum "gesunder Lebensmittel" und Diätprodukten, sowie einer geringeren Zufuhr an "traditioneller Kost" einherging. Probanden mit einer sehr hohen kognitiven Kontrolle aßen während der Studie weniger Fett und führten signifikant weniger Energie zu, trotzdem war deren Gewicht und BMI (zu Beginn der Studie erhoben) im Vergleich zu jenen Probanden mit geringer kognitiver Kontrolle signifikant höher. Die Ergebnisse zum Präferenzverhalten am Bufett ergaben einen signifikanten Mehrkonsum an Lebensmitteln aus biologischem Landbau von jenen Probanden mit niedrigem kognitivem Kontrollverhalten. Personen mit ausgeprägtem kognitivem Kontrollverhalten bevorzugten eindeutig Produkte aus konventionellem Anbau. Wir können zusammenfassen, daß bei Personen mit hoher kognitiver Kontrolle der eindeutige Trend zu Diätprodukten und industriell verarbeiteten, fettreduzierten Lebensmitteln ein nicht physiologisches Eßverhalten darstellt, das anscheinend mit dem Verlust eines sensiblen Geschmacksempfindens einhergeht. Diese Ergebnisse erlauben die Spekulation, daß zur Erhaltung eines natürlichen Geschmacksempfindens, aber auch zur Erhaltung von Normalgewicht, bzw. zur Reduktion der Energieaufnahme keine industriell verarbeiteten, fettreduzierten Produkte konsumiert werden sollen, sondern eine natürliche, fettarme Ernährung, mit einem geringen Anteil tierischer Fette und einem hohen Anteil an natürlichen Lebensmitteln mit geringer Energiedichte, wie z. B. Obst und Gemüse.
 
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