Krause und Pachernegg
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Summary
Braendle W et al.  
Vorstellung der ersten deutschen epidemiologischen Studie zu HRT und Mammakarzinom

Journal für Menopause 2002; 9 (2) (Ausgabe für Schweiz): 30-39
Journal für Menopause 2002; 9 (2) (Ausgabe für Deutschland): 29-38
Journal für Menopause 2002; 9 (2) (Ausgabe für Österreich): 28-36

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Abb. 1: HRT-Verschreibungen



Keywords: DeutschlandHormonsubstitutionMammakarzinomMenopauseOnkologieStudie

Die Klärung der Frage des möglichen Einflusses hormoneller Substitutionsbehandlung auf das Mammakarzinomrisiko ist von großer Bedeutung. Auch nach der großen Reanalyse aus dem Jahre 1996 sowie dem Kanzerogenitäts-Assessment der IARC, die für die Estrogenmonotherapie ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bejahen, bleiben viele Fragen offen. Hierzu gehören insbesondere die nach dem Effekt einer Estrogen-Gestagen-Kombinationstherapie auf das Brustkrebsrisiko - für die einige neuere Studien den Verdacht einer Erhöhung erhärtet haben - sowie der möglichen Modulatoren des Effekts (Art und Timing der Behandlung, Body Mass Index u. a.). Ziele der geplanten Studie sind, a) den Einfluß postmenopausaler Hormonsubstitution auf das Brustkrebsrisiko differenziert nach Art der Hormonsubstitution, Dauer, Dosis und Form der Behandlung, zeitlicher Beziehung zwischen Behandlung und dem Auftreten eines Mammakarzinoms, histologischen Typen und modifizierenden Faktoren, wie z. B. BMI, Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung, körperliche Aktivität, zu bestimmen und b) die Prävalenz der Anwendung postmenopausaler Hormonsubstitution (differenziert hinsichtlich der Indikation, Art, Dauer, der Nutzungszufriedenheit sowie weiterer Charakteristika der Behandlung) repräsentativ zu untersuchen. Die Untersuchung wird als multizentrische populationsbezogene Fallkontrollstudie bezogen auf die weibliche Bevölkerung im Alter zwischen 50 und 74 Jahren der Freien und Hansestadt Hamburg (Studienregion 1) bzw. der Region "Rhein-Neckar-Ortenau" (Studienregion 2) durchgeführt werden (häufigkeitsgematcht, Fall-Kontroll-Verhältnis 1 : 2). Es sollen insgesamt 3500 Fälle sowie 7000 Kontrollen erhoben werden. Mit dieser Fallzahl sind relative Risikoerhöhungen gegenüber den Kontrollen von 1,35 auch in Untergruppen, z. B. für die kontinuierlich- kombinierte Therapie nach Nutzungsdauer oder gegenwärtigem oder zurückliegendem Gebrauch, bei einer Prävalenz von 3 % unter den Kontrollen zu identifizieren. Für die Erhebung sind persönliche Interviews vorgesehen. Das Vorhaben wird erstmals für Deutschland neue Erkenntnisse hinsichtlich der Assoziation der HRT mit dem Brustkrebsrisiko erbringen, da hierzu vorliegende Erkenntnisse aus den Vereinigten Staaten bzw. Skandinavien hinsichtlich Präparatetyp, Ernährungsverhalten sowie anderer modifizierender "Lebensstil"-Faktoren auf hiesige Verhältnisse möglicherweise nur bedingt übertragbar sind. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse der Studie erstmals repräsentative Erkenntnisse zur Prävalenz der postmenopausalen Hormonsubstitutionstherapie sowie der mit dieser Behandlung verbundenen Aspekte hinsichtlich Art, Indikation, Nutzungszufriedenheit, Aufklärungsverhalten und Nebenwirkungen erbringen. Durch die Ergebnisse des geplanten Vorhabens wird es möglich werden, populationsbezogen das attributable Risiko der HRT an der Brustkrebsinzidenz in Deutschland zu bestimmen. Weiterhin liefert das Vorhaben die Datengrundlage für die abwägende Risikobewertung der Hormonsubstitutionstherapie im Einzelfall unter Berücksichtigung des Patientenprofils sowie eine Grundlage für die individuelle Beratung (Indikationen, Kontraindikationen und Nutzungsdauer) hinsichtlich einer Hormonersatztherapie.
 
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