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Diederich S  
Endokrine Hypertonie: Wie diagnostizieren?

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2012; 5 (2): 22-28

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Abb. 1: Hyperaldosteronismus Abb. 2: PHA Abb. 3: Blutabnahme - Nebennierenvenenkatheter Abb. 4: Phäochromozytom



Keywords: Aldosteron-Renin-QuotientEndokrinologieKochsalz-BelastungstestNebennierenvenenkatheterisierungPhäochromozytomPlasma-Metanephrineprimärer Hyperaldosteronismus

Endokrine Hypertonieformen sind die häufigsten sekundären Ursachen einer Hypertonie. Aufgrund der Prävalenz (5–13 % bei Hypertonikern) ist der primäre Hyperaldosteronismus diesbezüglich am wichtigsten. Eine entsprechende Diagnostik wird bei hypokaliämischer Hypertonie, therapieresistenter Hypertonie (≥ 3 Medikamente und RR > 140/90 mmHg), schwerer Hypertonie (RR > 160/100), bei jüngeren Patienten (< 30 Jahre) und beim adrenalen Inzidentalom (= zufällig entdeckter Nebennierentumor) empfohlen. Zum Screening wird der Quotient aus Plasma-Aldosteron- (PAC) und Plasma-Renin-Konzentration (PRC) bestimmt. Bei der Beurteilung des PAC/PRC-Quotienten sind das Einhalten von Medikamentenpausen und die assayspezifischen Cut-off-Werte zu beachten. Nach positivem Screeningtest muss zur Diagnosesicherung ein Kochsalz-Belastungstest durchgeführt werden. Bei Kontraindikationen/Undurchführbarkeit dieses Tests kann als alternativer Bestätigungstest eine 24-h-Urinsammlung auf Aldosteron-18-Glucuronid unter kochsalzreicher Ernährung eingesetzt werden. Nach Diagnosesicherung des primären Hyperaldosteronismus muss die Differenzialdiagnostik zwischen aldosteronproduzierendem Adenom und idiopathischem Hyperaldosteronismus erfolgen. Hierzu stehen CT oder MRT der Nebennieren und als Goldstandardtest die seitengetrennte Nebennierenvenenkatheterisierung zur Verfügung. Das Phäochromozytom ist eine seltenere Hypertonieursache, welche aber wegen erhöhter Mortalität gegenüber essenziellen Hypertonikern und häufigen genetischen Ursachen nicht übersehen werden darf. Neben klinischen Hinweisen (anfallsartige Blutdruckkrisen und Tachykardien, Kopfschmerzen) ist die Bestimmung der freien Metanephrine im Plasma ein hilfreicher Screeningtest. Weiterführende biochemische Tests sind Katecholamine und Metanephrine im 24-h-Urin, Clonidin- Test und Serum-Chromogranin. Nach (!) biochemischer Diagnosesicherung erfolgt die Tumorsuche mittels CT oder MRT der Nebennieren, MIBG-Szintigraphie oder Fluoro-Dopa-PET.
 
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