Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Friedmann-Bette B  
Krank durch Sport: Anorexia athletica

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2012; 5 (4): 7-10

Volltext (PDF)    Summary    Praxisrelevanz   




Keywords: EnergiedefizitEssstörungKnochenstoffwechselLH-PulsatilitätOsteoporosesekundäre AmenorrhoeSportmedizin

Sportler aus Sportarten, in denen ein geringes Körpergewicht vorteilhaft für die Leistungsfähigkeit ist, gehen oft durch Reduktion der Kalorienzufuhr bei gleichzeitig hohem Energieverbrauch ein erhebliches Energiedefizit ein. Dabei kommt es häufig zu Essstörungen, für die in besonders gefährdeten Sportarten eine Prävalenz von bis zu 80 % berichtet wird und die sich zur Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa entwickeln können. Als Folge des Energiedefizits können Konzentrationsänderungen von Stoffwechselhormonen, Störungen der Hypothalamus- Hypophysen-Gonaden-Achse und des Knochenstoffwechsels mit Abnahme der Knochendichte bis hin zur Osteoporose und einem erhöhten Risiko für Stressfrakturen beobachtet werden. Der Symptomkomplex aus Essstörung, sekundärer Amenorrhö und verminderter Knochendichte wird auch als „Female Athlete Triad“ bezeichnet, wobei in den vergangenen Jahren als viertes Symptom eine endotheliale Dysfunktion beschrieben wurde. Die effektivste Therapie ist das Herstellen eines dauerhaften Energiegleichgewichts, wofür eine tägliche Energieverfügbarkeit von mindestens 30 kcal/kg Magergewicht erforderlich ist. Eine hierdurch bedingte Gewichtszunahme kann den Sportlern nicht immer vermittelt werden, weshalb durch eine sorgfältig zusammengestellte Ernährung zumindest auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium, Vitamin D und Eiweiß geachtet werden muss. Oftmals ist die zusätzliche Verabreichung von Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten angezeigt sowie eine Östrogensubstitution. Allerdings ist ein orales Kontrazeptivum als einzige Therapie – anders als früher angenommen – nicht ausreichend zur Behandlung oder Vermeidung einer Knochendichteminderung. Zur Prävention der Anorexia athletica sind die Aufklärung der Sportler, Trainer und Betreuer und ein Screening im Rahmen von Sporttauglichkeitsuntersuchungen, vor allem aber auch strukturelle Maßnahmen durch die Sportfachverbände erforderlich (wie zum Beispiel im Skispringen mit Reduktion der Skilänge bei Unterschreiten eines kritischen Körpergewichts).
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung