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Bocker B, Smolenski UC  
Physikalische Therapie der Beckenbodeninsuffizienz - Methodenvergleich

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2002; 9 (2) (Ausgabe für Schweiz): 16-22
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2002; 9 (2) (Ausgabe für Österreich): 20-27

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Abb. 1: Beckenbodeninsuffizienz Abb. 2: Beckenbodeninsuffizienz Abb. 3: Beckenbodeninsuffizienz Abb. 4: Beckenbodeninsuffizienz Abb. 5: Beckenbodeninsuffizienz Abb. 6: Beckenbodeninsuffizienz



Keywords: BeckenbodeninsuffizienzBiofeedbackPsychotherapieUrogynäkologieUrologie

Harninkontinenz wird von der Internationalen Gesellschaft für Kontinenz als soziales und hygienisches Problem durch unwillkürlichen Harnverlust definiert [1]. Um Aussagen über die Wirksamkeit einzelner Therapieformen in der Behandlung dieser Erkrankung treffen zu können, untersuchten wir 24 Patientinnen mit neuromuskulärer Beckenbodenschwäche sowie 24 männliche Patienten nach Prostatektomie. In einer kontrollierten, prospektiven Längsschnittstudie erhielten je 8 Patienten jeder Diagnosegruppe nach randomisierter Zuordnung eine Serie Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur (ES), Biofeedbacktherapie (BF) und EMG-getriggerte Elektrostimulation (EMG-ES) in Kombination mit einer standardisierten Krankengymnastik (KG). Hauptzielparameter ist der Harninkontinenzgrad, Nebenzielparameter die Häufigkeit der Inkontinenzepisoden und Beckenbodenspannung, gemessen über den Oberflächen-EMG-Bereich. In bezug auf den Harninkontinenzgrad sind die Ergebnisse am Studienende bei Einsatz der Feedbackverfahren signifikant besser als nach isolierter Elektrostimulation. Durch BF sank der Harninkontinenzgrad nach Ingelmann-Sundberg im Mittelwert von Therapiebeginn bis zum Ende des Follow-up um 1,2; nach EMG-ES um 1,05. Passive ES führte zu einer Harninkontinenzreduktion um 0,36. In der Beeinflussung der Inkontinenzepisoden ist die bessere Wirkung der Biofeedbackverfahren im Follow-up gesichert (Häufigkeit / d von 2,5 auf 0,75 gegenüber einer Abnahme von 2,6 auf 1,9 infolge ES). Bezüglich des EMG-Bereiches zeigt die reine Elektrostimulation im Gegensatz zu den Feedback-gekoppelten Verfahren (Zunahme der Aktivität um 13,6 bzw. 12 µV) keine Wirkung auf die Muskelaktivität. Bei isolierter Betrachtung der Diagnosegruppen führt reine Biofeedbackbehandlung bei den prostatektomierten Patienten zur Abnahme der Harninkontinenz über das Therapieende hinaus: MV = 2,0 bei SD = 0,17 zu Beginn auf MV = 0,7 bei SD = 0,14 zwölf Wochen nach Therapie. Dagegen hat EMG-getriggerte Elektrostimulation des Beckenbodens den nachhaltigeren Effekt auf den Harninkontinenzgrad der Patientinnen mit Postpoliosyndrom (MV = 1,6 bei SD = 0,49 zu Beginn bis MV = 0 bei SD = 0 zwölf Wochen nach Therapie). Es ist anzunehmen, daß bei operierten Patienten die Wiedereingliederung der Beckenbodenmuskulatur in ein kontinenzerhaltendes Muskelzusammenspiel mittels Biofeedback-unterstützter Krankengymnastik effizient ist, wogegen bei neurogener Muskelschwäche zusätzlich eine EMG-abhängige Elektrostimulation zur Funktionsverbesserung erforderlich ist.
 
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