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Kontrazeption mit natürlichen Östrogenen

Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2013; 7 (3) (Ausgabe für Österreich): 10-13
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2013; 7 (3) (Ausgabe für Schweiz): 7-10

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Keywords: BlutungsmusterDienogestkardiovaskuläres RisikoNomegestrolQlaira®VerhütungZoely®

Die Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (KHK) ist assoziiert mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre und thromboembolische Ereignisse. Diese Effekte werden dem Östrogen Ethinylestradiol (EE) zugeschrieben, welches ausgeprägte Stoffwechselwirkungen in der Leber induziert. Die Idee, ein Verhütungspräparat mit dem natürlichen Östrogen Östradiol zu entwickeln, ließ sich über Jahrzehnte nicht umsetzen, da Östradiol (E2) ein Substrat der 17β-Dehydrogenase im Endometrium ist. Die schnelle Metabolisierung von E2 im Endometrium führt zu Zwischenblutungen und verhindert eine ausreichende Zyklusstabilität. Inzwischen sind zwei Verhütungspillen mit natürlichen Östrogenen auf dem Markt. Sie unterscheiden sich im Östrogen, im Gestagen und im Anwendungsschema. Qlaira® (EV/DNG) enthält Östradiolvalerat und Dienogest in einem 4-Phasen-Schema, welches über die Dauer von 26 Tagen eingenommen wird, gefolgt von 2 Tagen Placebotablette. Zoely® (E2/Nomac) ist eine monophasische Pille mit 1,5 mg Östradiol und 2,5 mg Nomegestrol. Die Pillen mit natürlichen Östrogenen bieten eine hohe Verhütungssicherheit und eine gute Verträglichkeit. Auftretende Nebenwirkungen sind vergleichbar mit niedrig dosierten ethinylestradiolhaltigen Präparaten. Ein Unterschied besteht im weniger stabilen Blutungsmuster. Das häufigere Ausbleiben von Abbruchblutungen und das besonders in den ersten Zyklen etwas vermehrte Auftreten von Zwischenblutungen sollten unbedingt im Beratungsgespräch erwähnt werden. Metabolische Effekte auf in der Leber gebildete Faktoren sind geringer, aber nur teilweise signifikant verschieden von EE-haltigen Präparaten. Triglyzeride steigen weniger an, allerdings auch das HDL. Hier gibt es Unterschiede zwischen EV/DNG und E2/Nomac. Ob die geringeren Veränderungen der neuen Pillen auf das Gerinnungssystem das thromboembolische Risiko im Vergleich zu anderen Kombinationspräparaten senken, muss offen bleiben, bis epidemiologische Daten vorliegen. EV/DNG ist sehr gut untersucht hinsichtlich zusätzlicher nichtkontrazeptiver Benefits. Neben der eindrücklichen Reduktion des monatlichen Blutverlusts bei Frauen mit Hypermenorrhö konnte eine signifikante Verbesserung zyklusabhängiger Kopf- und Unterbauchschmerzen in einer prospektiv randomisierten Studie gezeigt werden.
 
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