Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Sigmund E et al.  
Vernakalant: Medikamentöse Kardioversion bei Vorhofflimmern

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2014; 21 (3-4): 82-84

Volltext (PDF)    Summary    Fragen zum Artikel    Abbildungen   

Abb. 1: Medikamentöse Kardioversion



Keywords: AntiarrhythmikumMedikamentöse KardioversionVernakalantVorhofflimmern

Einleitung: Seit Jänner 2011 ist Vernakalant, welches zur Substanzgruppe ARDA („atrial repolarization-delaying agents“) gehört, in Österreich erhältlich und wird zur raschen Kardioversion bei Erwachsenen mit Vorhofflimmern von kurzer Dauer (≤ 7 Tage) eingesetzt. Die Effizienz und Sicherheit dieses Wirkstoffes, der selektiv atriale Ionenkanäle blockiert und damit ein niedriges proarrhythmisches Potenzial für ventrikuläre Arrhythmien besitzt, konnten in mehreren Studien belegt werden. Unter stationären Bedingungen wird Vernakalant individuell körpergewichtsadaptiert über 10 Minuten unter kontinuierlichem Herzrhythmus-Monitoring verabreicht. Wir berichten über unsere eigenen Erfahrungen seit der Markteinführung dieses Medikaments. Methodik: 48 Patienten (Pat.) (22 weiblich/26 männlich) im Alter von 65,9 ± 12,3 Jahren wurden bislang an unserer Abteilung mit Vernakalant behandelt. Bei diesen Pat. lag ein erst kürzlich aufgetretenes, symptomatisches Vorhofflimmern vor, mit einer mittleren Arrhythmiedauer von 19,6 ± 18,7 Stunden (davon 48 % ≤ 12 Stunden). Resultate: Die Gesamtkonversionsrate lag bei 27 Pat. (56,3 %), davon konvertierten 22 Pat. (45,8 %) bereits nach der Initialdosis in den Sinusrhythmus, bei 5 Pat. (10,4 %) war die Gabe einer 2. Dosis (15 Minuten nach Erstdosis) erforderlich. Die mittlere Konversionszeit war rasch und lag bei 19,9 ± 11,8 Minuten. 17 Pat. (35,4 %) wurden nach frustraner Applikation von Vernakalant elektrisch kardiovertiert. Bei 18 Pat. (37,5 %) traten am Ende der Infusion unerwünschte Wirkungen auf (Husten, Niesen, Hitzegefühl, Dysgeusie, Vertigo, einmalig nichtanhaltende VT), diese dauerten zwischen 3 und 5 Minuten und waren selbstlimitierend ohne Einschränkung der Therapie. Relevante Blutdruckentgleisungen konnten wir nicht beobachten, bei einem mittleren systolischen Blutdruck-Ausgangswert von 127 ± 16 mmHg zeigte sich nach Beendigung der Infusion ein mittlerer systolischer Blutdruck von 135 ± 22 mmHg. Relevante Hypotonien wurden nicht verzeichnet. Diskussion: Vernakalant ist aus unserer Sicht durchaus ein effektives und sicheres Mittel zur Akutkonversion von Vorhofflimmern von kurzer Dauer. Der Wirkungseintritt erfolgt rasch, relevante Nebenwirkungen konnten wir bislang nicht dokumentieren. Vernakalant ist mittlerweile in den aktuell gültigen ESC-Guidelines verankert und hat in unserem klinischen Routinebetrieb einen festen Stellenwert gefunden.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung