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Summary
Grünberger J et al.  
Versuch einer Bestimmung von Psychopathie bei nach § 21/2 StGB im österreichischen Maßnahmenvollzug Untergebrachten mittels Pupillometrie

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2014; 15 (1): 32

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Abb. 1: Pupillometrie - Psychopathie Abb. 2: Pupillometrie - Psychopathie Abb. 3: Pupillometrie - Psychopathie Abb. 4: Pupillometrie - Psychopathie Abb. 5: Pupillometrie - Psychopathie



Keywords: PsychiatriePsychopathiePsychophysiologiePupillometrie

In der vorliegenden Untersuchung soll geklärt werden, ob sich die Pupillometrie als Methode eignet, um psychopathische Persönlichkeitsmerkmale bei nach § 21/2 StGB Untergebrachten zu identifizieren. Da die Psychopathie als Krankheitsbild neben Verhaltens- auch psychophysiologische Korrelate aufweist und die Pupillometrie eben solche festzustellen versucht, liegen die Vorteile dieser Methode auf der Hand: Es könnte mit einer für die Probanden wenig belastbaren und zugleich nichtinvasiven Methode Psychopathie diagnostiziert und in weiterer Folge auch die weiterführende Therapie an die Diagnostik angepasst werden, wodurch die praktische Relevanz dieser Diagnostik ebenfalls gegeben wäre. Die Aktivierung der Pupille bzw. des Pupillenmuskels erfolgt unbeeinflusst von bewusst steuerbaren Faktoren ausschließlich vegetativ. Eine Manipulation dieser Aktivierung kann als hochunwahrscheinlich bis unmöglich betrachtet werden, was in einem forensischen Kontext wichtig sein kann. Da die Aktivierung in der Pupillometrie bei Personen mit einer Persönlichkeitsstörung höher ist als bei Personen mit ausschließlicher Intelligenzminderung oder organisch bedingten Störungen, könnte dieses Verfahren eventuell zu einer verbesserten Feststellung von Psychopathie beitragen. Die beschriebene Thematik wurde in dieser Untersuchung zum ersten Mal in dieser Art untersucht. Die Ergebnisse lassen dabei auf Folgendes schließen: Vor allem der Parameter der Aktiviertheit (Pupillendurchmesser) könnte für eine reliable Diagnostik psychopathischer Persönlichkeitsmerkmale herangezogen werden, da hier die vegetative Reagibilität der Pupille auf verschiedene Reize ermittelt wird, und, wie bereits beschrieben, bei der Psychopathie meist eine verringerte kognitive Reaktion auf unterschiedliche, jedoch vor allem emotionale Reize auftritt. Obwohl die Ergebnisse nicht ganz eindeutig sind und zum jetzigen Zeitpunkt der Forschung noch weitere Untersuchungen vonnöten sein werden, könnte die Pupillometrie dennoch in weiterer Zukunft zu einer verbesserten Diagnose von Psychopathie beitragen.
 
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