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Birkhäuser M  
Menopausale Hormontherapie (MHT) bei internistischen Erkrankungen

Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2014; 8 (1) (Ausgabe für Österreich): 7-15
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2014; 8 (1) (Ausgabe für Schweiz): 6-14

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Keywords: Diabetes mellitusGestageneHypertonieinternistische ErkrankungLupus erythematodesMenopausale Hormontherapietransdermal

Postmenopausale Frauen leiden zusätzlich zu klimakterischen Beschwerden oft an internistischen Grundkrankheiten. Daher ist es wichtig zu wissen, wann eine Hormonsubstitution (Menopausale Hormontherapie [MHT]) in welcher Form verordnet werden darf, wenn mit nichthormonalen Alternativen keine genügende Besserung erzielt werden kann, und wo eine MHT kontraindiziert ist. Zur Verminderung des Risikos einer MHT bei internistischen Grundkrankheiten gelten folgende Grundregeln: – Beginn der MHT innerhalb des „günstigen Fensters“ (< 60 Jahren resp. innert 10 Jahre ab Menopause), außer bei den Kontraindikationen Angiopathie, Koronaropathie und bei anderen vaskulären Pathologien. – Verwenden der niedrigsten wirksamen Dosis, wenn möglich <= 50 μg Östradiol/Tag transdermal resp. <= 2 mg Östradiol/Tag peroral. Praktisch alle bekannten Nebenwirkungen der MHT sind dosisabhängig. – Bei alleinigen urogenitalen Symptomen nur vaginal-lokale Östrogengabe einsetzen. – Zahlreiche internistische Krankheiten werden durch Leberfaktoren beeinflusst oder induzieren selbst Veränderungen bestimmter Leberparameter (z. B. Gerinnungsfaktoren, Renin-Angiotensin-Aldosteron-System). Deshalb ist zur Vermeidung eines unerwünschten First-Pass-Effektes eine transdermale Östradiolgabe (Pflaster oder Gel) vorzuziehen. – Bei kombinierter MHT soll außer bei speziellen Indikationen ein metabolisch neutrales Gestagen wie Progesteron, Dydrogesteron oder Dienogest gewählt oder Norethisteronacetat transdermal verabreicht werden. Gestagene mit glukokortikoider Partialwirkung wie Medroxyprogesteronacetat sind außer als Kurzzeitgabe zu vermeiden, v. a. bei erhöhtem Thromboserisiko. – Drospirenon besitzt eine antimineralokortikoide Wirkung, die bei erhöhtem Blutdruck gezielt eingesetzt werden kann. – Zyklische Schwankungen der Serumspiegel sind zu vermeiden und deshalb statt einer sequenziellen eine kontinuierlich-kombinierte MHT durchzuführen. Dabei kann das Gestagen auch intrauterin (hormonbeladenes IUD) verabreicht werden. Aus der klinischen Gesamtsituation und der Literatur ist nicht immer klar abzuleiten, ob im Einzelfall pro oder kontra MHT entschieden werden muss. Oft entscheidet das Vorhandensein oder das Fehlen von Angiopathien (z. B. bei systemischem Lupus erythematodes oder bei Diabetes mellitus). Bei Vorliegen von Angiopathien besteht eine absolute Kontraindikation gegen MHT. Bestimmte Krankheiten sind erst in späteren Stadien von einer Angiopathie begleitet. Ohne Angiopathien ist beim Erfüllen zusätzlicher Kriterien eine MHT oft vertretbar. So ist bei einer stabilen, gut eingestellten arteriellen Hypertonie ohne Gefäßschäden eine transdermale MHT erlaubt. Bleibt bei einer Patientin mit internistischer Grunderkrankung die Indikation für eine MHT aus gynäkologisch-endokrinologischer Sicht unklar, so muss auch aus rechtlichen Gründen das weitere Vorgehen hinsichtlich MHT (Verabreichungsform, Dosierung, zu verwendendes Gestagen, zusätzlich nötige Kontrollen) mit dem zuständigen Internisten abgesprochen und unter Einbezug der Patientin der Nutzen gegen die allfälligen Risiken sorgfältig abgewogen werden.
 
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