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Weißert R  
Multiple Sklerose - Risiken und Nutzen der neuen antiinflammatorischen Substanzen

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2015; 16 (3): 95-101

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Abb. 1: Arzneimittel-Sicherheitsdaten Abb. 2: Profil Teriflunomid Abb. 3: Profil Dimethylfumarat Abb. 4: Profil Alemtuzumab



Keywords: AlemtuzumabDimethylfumaratMultiple SkleroseNeurologiePharmakotherapiePharmakovigilanzSchwangerschaftSicherheitTeriflunomid

Vor Kurzem wurden die neuen Substanzen Teriflunomid, Dimethylfumarat und Alemtuzumab für die Behandlung schubförmiger Verläufe der Multiplen Sklerose (MS) von der European Medicines Agency (EMA) zugelassen und sind nun in Österreich und Deutschland auf dem Markt verfügbar. Bisher liegen zu den Präparaten noch keine langfristigen Sicherheitsdaten vor. Bei Teriflunomid sind Lebererkrankungen als schwerwiegende Nebenwirkungen aufgetreten. Patienten mit einer Hypertonie sollten Teriflunomid nicht erhalten. Bei Dimethylfumarat sind bisher, außer einem Fall mit progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML), keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten. Alemtuzumab führt bei bis zu 40 % der behandelten Patienten zu einer Schilddrüsenerkrankung, etwa 3 % der Patienten erkranken an einer idiopathischen thrombopenen Purpura (ITP) und sehr selten sind Glomerulonephritiden aufgetreten. Darüber hinaus muss mit dem Auftreten von Tumoren wie Melanomen sowie mit schwerwiegenden Infektionen gerechnet werden. Keine der neuen Substanzen darf in der Schwangerschaft verabreicht werden. Die Pharmakovigilanz, die in den nächsten Jahren erfolgen wird, ist sehr wichtig, um das langfristige Sicherheitsrisiko der neuen Substanzen zu evaluieren. Da die medikamentöse Therapie der MS in der Regel eine lebenslange Therapie ist, muss das Langzeitrisiko sequenzieller Gaben unterschiedlicher Substanzen evaluiert werden. Es ist wichtig, die jetzt zur Verfügung stehenden MS-Therapeutika mit Bedacht zu wählen. Bisher können keine befriedigenden Aussagen in Bezug auf die langfristige Sicherheit der neuen Substanzen getroffen werden.
 
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