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Graier WF, Wascher TC  
Zelluläre Grundlagen der Gefäßkomplikationen bei Diabetes mellitus

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2000; 7 (1): 9-13

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Keywords: Diabetes mellitusEndothelKardiologie

In jüngster Zeit gab es eine Flut von neuen Erkenntnissen, welche Initiatoren bzw. welche molekularen Mechanismen an der Genese der diabetischen Gefäßkomplikation beteiligt sein könnten. So konnte gezeigt werden, daß ein Anstieg des Blutzuckers zu einer starken Erhöhung der Superoxidanionenproduktion in der Gefäßwand führt. Nach jüngsten Erkenntnissen scheinen diese Radikale sowohl aus dem glatten Muskel als auch aus dem Endothel vermehrt freigesetzt zu werden. Weiters führt die Glykosylierung von Plasmalipiden (z. B. glykosyliertes LDL; gLDL) ebenfalls zu einer verstärkten Superoxidanionenproduktion. Neben seinem Effekt auf die Bildung dieser Sauerstoffradikale verhindert das gLDL in den Endothelzellen die flußinduzierte Synthese des Stickstoffmonoxids, des wichtigsten lokalen Mediators der Gefäßrelaxation. Neben diesen dramatischen Veränderungen an der Endothelfunktionen kommt es bei humanem Diabetes aber auch zu einem Reaktivitätsanstieg der glatten Gefäßmuskulatur und somit zur erhöhten Kontraktilität der Blutgefäße. Basierend auf diesen Ergebnissen muß man davon ausgehen, daß es bei Diabetes mellitus zu einer generalisierten Funktionsveränderung des gesamten Gefäßes kommt (und nicht nur des Endothels) und so der Begriff einer "vaskulären Dysfunktion" besser geeignet scheint. Daher sollten therapeutische Interventionen entwickelt werden, die neben den initialen Verursachern der Gefäßdysfunktion bei Diabetes mellitus (Hyperglykämie, Hypercholesterinämie) auch deren Einfluß auf die Endothel- und glatten Muskelzellen vermindern bzw. beseitigen.
 
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