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Wranke A et al.  
Aktuelles Management der Hepatitis Delta

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2015; 13 (4): 11-17

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Abb. 1: Krankheitsverlauf Abb. 2: Diagnoseschema



Keywords: DiagnoseEpidemiologieHepatitis DeltaTherapieVirologie

Das Hepatitis-Delta-Virus (HDV) ist das kleinste bekannte RNA-Virus, welches sich nur in Anwesenheit des „Hepatitis B surface antigenes“ (HBsAg) vermehren kann. Somit tritt eine HDV-Infektion ausschließlich zusammen mit einer Hepatitis B- (HBV-) Infektion auf. Von den weltweit ca. 250 Millionen HBV-Infizierten sind geschätzte 2–8 % koinfiziert. Während eine akute Koinfektion mit HDV bei 95 % der Patienten ausheilt, verlaufen Superinfektionen, auf eine bereits bestehende HBV-Infektion bei 90 % der Fälle chronisch. Eine chronische HDV-Infektion zeigte dabei den schwerwiegendsten Verlauf aller Hepatitisinfektionen. HDV-infizierte Patienten entwickeln durchschnittlich schneller eine Zirrhose, erlangen früher Dekompensationen und weisen kürzere Überlebenszeiten auf. Ebenso ist das Risiko für die Ausbildung eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) erhöht. Als Prädiktionsmarker für einen schweren Verlauf kann sowohl der klinische Baseline-Event-Anticipation- (BEA-) Score als auch der anti-HDV-IgM-Status dienen. Die bislang einzige Behandlungsmöglichkeit besteht aus einer Interferon-basierten Therapie. Diese wies sowohl einen antiviralen Effekt als auch ein verbessertes klinisches Outcome auf und führte zu einer virologischen Ansprechrate von 25–47 %. Die Behandlung ist jedoch mit starken Nebenwirkungen verbunden. Zudem entwickelten über die Hälfte der Patienten nach dem Absetzen der Therapie HDV-RNA-Spätrezidive. Neue Therapieansätze wie HBV-Eintrittshemmer und Prenylierungs-Inhibitoren befinden sich derzeit in Phase 2-Studien. Die Behandlungsleitlinien sollten ebenfalls weiter evaluiert werden.
 
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