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Amrein K et al.  
Plasmapherese und Osteoporose - Primum non nocere

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2016; 23 (2): 44-47

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Abb. 1: Veränderungen Knochen-/Mineralstoffwechsel



Keywords: AphereseEndocrine Disrupting ChemicalsHyperparathyreoidismusHypokalzämieKnochendichteKnochenumbaumarkerOsteoporosePlasmapherese

Die moderne Medizin ist auf Plasma für die Gewinnung von Immunglobulinen, Gerinnungsfaktoren oder Humanalbumin angewiesen. Mittels Apheresespenden können selektiv Blutbestandteile – beispielsweise Plasma – mit minimalem Erythrozyten- (und damit Eisen-) -verlust gesammelt werden. Durch die längere Spendedauer ist eine verlässliche Antikoagulation nötig, die üblicherweise mit Citrat durchgeführt wird. Diese führt obligat zu einer akuten Hypokalzämie mit reaktivem Hyperparathyreoidismus, Hyperkalziurie und QT-Verlängerung. Des Weiteren sind Apheresespenden mit einer deutlichen Exposition gegenüber Phthalaten behaftet, die den Plastik-Einmalspende- Sets als Weichmacher beigesetzt, zum Teil beim Spenden wieder freigesetzt und in die Zirkulation des Spenders transportiert werden. Phthalate gehören zur großen Gruppe der „endocrine disrupting chemicals“, die mit einer ungünstigen Wirkung auf endokrine Signalwege, insbesondere im Bereich der Fertilität, assoziiert sind und deshalb bereits teilweise verboten sind.
Repetitive Apheresespenden könnten pathophysiologisch einen bisher unbekannten Risikofaktor für die Entwicklung einer Osteoporose darstellen, bei unklaren bzw. juvenilen Osteoporoseformen sollte also explizit danach gefragt werden. Die existierenden Daten sind insuffizient, um das Thema adäquat zu analysieren.
 
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