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Swerdloff RS et al.  
Langzeit-Pharmakokinetik von transdermalem Testosterongel bei Männern mit Hypogonadismus

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2003; 10 (Sonderheft 1) (Ausgabe für Österreich): 5-17

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Keywords: AndrologieHypogonadismusPharmakokinetiktransdermalUrologie

Die transdermale Verabreichung von Testosteron bietet eine wirksame Alternative zu Androgen-haltigen Injektionspräparaten. Transdermale Testosteronpflaster normalisieren die Testosteronserumspiegel und vermindern oder beseitigen die Symptome des Androgenmangels bei Männern mit Hypogonadismus. Allerdings ist die Akzeptanz des geschlossenen Systems, wie es ein Testosteronpflaster darstellt, durch Hautirritationen und/oder mangelhafte Haftung eingeschränkt. Testosterongele wurden als Darreichungsform vorgeschlagen, um diese Probleme zu minimieren. In dieser Studie untersuchten wir das pharmakokinetische Profil von 2 Dosen Testosterongel (50 und 100 mg Testosteron) in 5 bzw. 10 g Gel, entsprechend 5 oder 10 mg bioverfügbarem Testosteron pro Tag, nach täglicher Anwendung über 1, 30, 90 und 180 Tage im Vergleich zu einem Penetrationsenhancer-haltigen Testosteronpflaster (2 Pflaster entsprechend 5 mg Testosteron pro Tag) bei 227 Männern mit Hypogonadismus. Dieses neue 1 %ige hydroalkoholische Testosterongel trocknete nach dem Auftragen auf Oberarme, Schultern und Bauch rasch innerhalb von wenigen Minuten, und die Bioverfügbarkeit des angewendeten Testosterons lag bei 9-14 %. Nach 90 Tagen Behandlung mit Testosterongel wurde die Dosis entweder erhöht (von 50 mg auf 75 mg) oder herabgesetzt (von 100 mg auf 75 mg), wenn der erreichte Serumtestosteronspiegel außerhalb des Normalbereichs für erwachsene Männer lag. Der Serumtestosteronspiegel stieg am Tag 1 nach der ersten Anwendung des Testosterongels bzw. des Pflasters rasch in den Normalbereich für erwachsene Männer an. Unsere frühere Studie hat gezeigt, daß ein Steady-state des Testosteronspiegels 48-72 h nach der ersten Anwendung des Gels erreicht wird. Die pharmakokinetischen Parameter für Gesamt- und freies Testosteron waren an den Tagen 30, 90 und 180 in allen Behandlungsgruppen vergleichbar. Nach wiederholter täglicher Anwendung der Testosteronpräparate über die Dauer von 180 Tagen war der durchschnittliche Testosteronspiegel über 24 h (Cavg) in der Gruppe mit 100 mg Testosterongel am höchsten (1,4 bzw. 1,9 mal so hoch wie Cavg für 50 mg Testosterongel bzw. für das Testosteronpflaster). Der mittlere Steady-state-Testosteronspiegel blieb während der 180 Tage der Testosterongelanwendung stabil. Die Erhöhung der Testosterongeldosis von 50 auf 75 mg/Tag führte zu keinem signifikanten Anstieg des Cavg-Wertes, während die Dosisverminderung von 100 auf 75 mg/Tag den Serumtestosteronspiegel bei den meisten Patienten in den Normalbereich zurückführte. Die Serumspiegel für freies Testosteron verliefen parallel zum Gesamttestosteron und der Anteil des freien Testosterons blieb bei transdermaler Testosteronverabreichung unverändert. Der durchschnittliche Dihydrotestosteronspiegel stieg auf den 1,3-fachen Ausgangswert nach Anwendung des Testosteronpflasters, war jedoch nach Anwendung des Testosterongels mit 50 bzw. 100 mg Wirkstoff pro Tag deutlicher erhöht (3,6- bzw. 4,6-fach), was zu einer geringen, aber signifikanten Erhöhung des Verhältnisses von Dihydrotestosteron zu Testosteron in den beiden Gruppen mit Testosterongel führte. Der Serumöstradiolspiegel stieg an und die Serum-LH- und -FSH-Spiegel wurden in allen Behandlungsgruppen proportional zum Serumtestosteron vermindert; das Serum-SHBG zeigte geringfügige Abnahmen, die aber nur in der Gruppe mit 100 mg Testosterongel signifikant waren. Aus den Ergebnissen schließen wir, daß die transdermale Testosterongelanwendung den Serumtestosteronspiegel und das freie Testosteron bei Männern mit Hypogonadismus rasch und effizient in den Normalbereich anheben kann. Das transdermale Testosterongel zeichnet sich durch Dosierungsflexibilität bei nur geringer Inzidenz von Hautreizungen und einer niedrigen Rate an Studienabbrüchen aus.
 
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