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Wang C et al.  
Auswirkungen von transdermalem Testosterongel auf Marker des Knochenumsatzes und die Knochendichte bei hypogonadalen Männern

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2003; 10 (Sonderheft 1) (Ausgabe für Österreich): 47-59

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Keywords: AndrologieHypergonadismusKnochendichteKnochenumsatzTestosterongeltransdermalUrologie

Studienziel und Methodik: Eine Androgenersatztherapie soll die Knochendichte bei Männern mit Hypogonadismus erhöhen. Wir untersuchten die Auswirkungen einer sechsmonatigen Behandlung mit einem neuen transdermalen Testosterongel auf Knochenumsatzmarker und Knochendichte. Bei dieser Studie handelte es sich um eine prospektive, randomisierte, multizentrische Parallelgruppenstudie, bei der 227 Männer mit Hypogonadismus (mittleres Alter 51 Jahre, Bereich: 19-68 Jahre) an 16 akademischen Einrichtungen in den USA untersucht wurden. Die Probanden erhielten randomisiert entweder 1 %iges Testosterongel mit 50 bzw. 100 mg Testosteron (Abgabe von etwa 5 und 10 mg Testosteron/Tag) oder zwei Testosteronpflaster (Abgabe von 5 mg Testosteron/Tag) über einen Zeitraum von 90 Tagen. Am Tag 91 wurde die Testosterongeldosis je nach Serumtestosteronspiegel auf 75 mg/Tag erhöht oder vermindert und entsprechend bis zum Studientag 180 fortgeführt. In der Testosteronpflaster-Gruppe erfolgte keine Dosisanpassung. Serumtestosteron, freies Testosteron und Östradiol, Knochenumsatzmarker und Knochendichte wurden am Tag 0, 30, 90 und 180 jeweils vor und nach der Behandlung bestimmt. Ergebnisse: Die Anwendung von täglich 100 mg Testosteron als Gel führte zu einem um den Faktor 1,4 bzw. 1,9 höheren Testosteronspiegel als die Anwendung von täglich 50 mg Testosteron als Gel oder des Referenzpflasters. Das Serumöstradiol stieg proportional an. Das Verhältnis von N-Telopeptid zu Kreatinin im Harn, ein Parameter spezifisch für die Knochenresorption, nahm nur in der Gruppe mit täglich 100 mg Testosteron als Gel signifikant ab (p = 0,0019). Die Serummarker für Osteoblastenaktivität im Knochen (Osteocalcin, Prokollagen und skelettspezifische alkalische Phosphatase) stiegen während der ersten 90 Tage der Behandlung ohne Unterschied zwischen den Gruppen signifikant an, kehrten danach aber wieder auf den Ausgangswert zurück. Die Knochendichte wurde nur in der Gruppe mit täglich 100 mg Testosteron entsprechend 10 g Gel sowohl in der Hüfte (+1,1 ± 0,3 %), als auch in der Wirbelsäule (+ 2,2 ± 0,5 %) signifikant erhöht (p = 0,0001). Schlußfolgerungen: Die transdermale Behandlung mit Testosterongel über 6 Monate führte vorübergehend zu einer Senkung der Knochenresorptionsmarker und einer Erhöhung der Marker für die Osteoblastenaktivität und somit zu einer geringfügigen, aber signifikanten Verbesserung der Knochendichte. Laufende Langzeitstudien sollten die Frage beantworten, ob die beobachtete Erhöhung der Knochendichte erhalten bleibt oder weiterhin von der verabreichten Testosterondosis abhängt.
 
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