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Roithinger FX  
Arrhythmien und Beta-Blocker

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2003; 10 (Supplementum A): 14-16

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Keywords: ArrhythmieBetablockerKardiologieRhythmologie

Die antiarrhythmische Wirkung von Beta-Blockern ist bedingt durch die Abschwächung elektrophysiologischer und arrhythmogener Effekte einer betaagonistischen Stimulation. Den größten Effekt erzielen Beta-Blocker am Sinusknoten, am AV-Knoten und beim akut und chronisch ischämischen Myokard. In der Therapie und Prophylaxe supraventrikulärer Tachykardien, die den AV-Knoten einbeziehen, sind Beta-Blocker sehr effektiv, wobei sie in der Prophylaxe durch die kurative Möglichkeit der Katheterablation an Bedeutung verlieren. Bei ektopen atrialen Tachykardien sind adrenerge Einflüsse und daher Beta-Blocker bedeutsam. Bei akut aufgetretenem oder auch chronischem Vorhofflimmern sind Beta-Blocker die effektivste Substanzklasse zur Frequenzkontrolle. Dagegen spielen sie in der pharmakologischen Kardioversion von Vorhofflimmern und auch Vorhofflattern bei der Mehrzahl der Patienten keine relevante Rolle. Eine Ausnahme bilden Patienten mit Vorhofflimmern nach Operation am offenen Herzen, wo Beta-Blocker sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch sehr effektiv sind. Patienten mit ventrikulären Arrhythmien, die keine relevante strukturelle Herzerkrankung aufweisen, haben eine gute Prognose, und Beta-Blocker kommen häufig symptomatisch zum Einsatz. Bei Patienten mit Arrhythmien und struktureller Herzerkrankung (meistens koronare Herzerkrankung) dagegen ist die Prognose durch das Ausmaß der Grunderkrankung determiniert. Beta-Blocker können Symptomatik und Prognose auch dieser Patienten verbessern, aber nur adjuvant nach Ausschöpfen nichtpharmakologischer Maßnahmen (Revaskularisation) und nach einer entsprechenden Risikostratifizierung. Obwohl die Prognose von Patienten nach Myokardinfarkt durch Beta-Blocker signifikant verbessert werden kann, ist bei Hochrisikopatienten der implantierbare automatische Defibrillator (ICD) der alleinigen Beta-Blockertherapie überlegen. Zusammenfassend spielen Beta-Blocker trotz breiterem Einsatz nichtpharmakologischer Maßnahmen (Katheterablation und ICD) bei der Mehrzahl der supraventrikulären und ventrikulären Arrhythmien weiterhin eine bedeutende Rolle.
 
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