Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Vogel W  
Warten oder starten – Wer profitiert von einer Hepatitis-C-Therapie?

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2016; 14 (2): 6-9

Volltext (PDF)    Summary    Abbildungen   

Abb. 1: Neudiagnosen



Keywords: direkte antivirale MedikamenteHepatitis-C-EpidemiologieHepatitis-C-TherapieLeberfibroseÖsterreich

Die neuen direkt antiviralen Medikamente haben die Therapie der chronischen Hepatitis C revolutioniert. Diese komplett oralen Therapien bieten Heilungsraten von > 90 % und sind so gut wie nebenwirkungsfrei. Lediglich die Genotyp-3-Infektion, ca. 20 % der Infektionen bei über 70 % Genotyp-1-Infektionen in Österreich, spricht etwas schlechter an. Mit den deutlich höheren Behandlungskosten ist die Behandlung zunächst auf Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung (Fibrose-Grad 3 und 4 nach Metavir) beschränkt geblieben. Mit dem Fallen der Medikamentenpreise sind diese Therapien auch F2-Patienten zugänglich geworden. Der Fibrosegrad als Kriterium für die Therapie bleibt problematisch, weil die Bestimmungsmethoden unscharf und die Bedeutung für die Prognose der Lebererkrankung noch nicht komplett verstanden ist. Zudem werden die komplexen Auswirkungen der chronischen Hepatitis-C-Infektion auf die extrahepatische Gesundheit immer deutlicher. Aktuelle Kosten-Nutzenrechnungen auf der Basis der aktuell gewährten Medikamentenrabatte belegen, dass es inzwischen kosteneffizient geworden ist, alle Hepatitis-C-Lebererkrankungen zu behandeln und damit zu heilen. Die epidemiologische Dokumentation der Hepatitis- C-Erkrankung ist in Österreich lückenhaft und basiert im Wesentlichen auf der Extrapolation der Dokumentation von Expertenzentren. Markow-Modelle legen nahe, dass unter der Voraussetzung, dass die Therapie allen zugänglich gemacht wird und durch geeignete Screeningverfahren möglichst alle Betroffenen diagnostiziert werden, die Erkrankung in 10 Jahren weitgehend verschwunden sein würde. Die zwischenzeitlich bereits angefallenen Defektstadien der Lebererkrankung würden das Gesundheitssystem noch über weitere 10 Jahre belasten. Es ist inzwischen ökonomisch, wenn auch nicht billig, alle Patienten mit chronischer Hepatitis C zu behandeln, vorausgesetzt die Compliance ist gewährleistet und die Lebenserwartung beträgt mindestens ein Jahr.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung