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Mühlberger V et al.  
National Austrian PTCA Registry 1998

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2000; 7 (1): 43-49

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Keywords: DatenbankKardiologieKoronarangiographiePCIPTCA

Eine komplette und kontrollierte Nationale Datenbank, offen für einen Auditor, ist die Voraussetzung für Qualitätskontrolle, Qualitätsmanagement und Verbesserungen. Wir vergleichen in Österreich invasive (Koronarangiographie) und interventionelle (PTCA = PCI) Resultate von Jahr zu Jahr und von Region zu Region seit dem Jahr 1990. Gleichzeitig führen wir Monitorvisiten (Audits) durch und nehmen an der Europäischen Datensammlung teil. 31.419 diagnostische Koronarangiographien (CA) und 8.559 PTCA (= PCI) wurden an 27 Erwachsenenzentren (22 davon führen PTCA durch) während des Jahres 1998 in Österreich durchgeführt. Das entspricht einer Zunahme von 5,4 % bei Angiographien (CA) und 11,1 % bei PTCA (= PCI) gegenüber 1997. 70 % der PTCA (allerdings nur in jenen Zentren, welche dies berichten) werden während der diagnostischen Angiographie (CA) ausgeführt, eine direkte PTCA wegen oder während eines Myokardinfarktes in 5,5 %. Insgesamt 5.838 Stents (bei 68 % der PTCA-Fälle) wurden implantiert. Der internationale Vergleich zeigt Österreich unter den Spitzenreitern mit 3927 CA und 1070 PTCA pro Million Einwohner. Als Konsequenz aus einer diagnostischen Angiographie resultiert in 39 von 100 Fällen eine Revaskularisation, sei es durch PTCA oder durch Operation. Die Spitalssterblichkeit betrug nach PTCA 0,5 %, die Rate notfallmäßiger Operationen 0,15 % nach PTCA, während ein Myokardinfarkt im Herzkatheterlabor als Folge des Eingriffes in 0,9 % auftrat. In den Jahren 1993 bis 1996 stieg die Mortalität infolge notfallmäßiger Bypassoperationen nach fehlgeschlagener PTCA von 3,3 über 8,3 und 18,3 auf 28,6 %, fiel dann auf 8,3 % im Jahr 1997 und stieg 1998 wieder auf 15,4 % (das sind 2 von 13 Fällen). Ähnlich wie in den Vorjahren wurde auch 1998 innerhalb jener 22 Zentren mit PTCA-Aktivität der Ischämienachweis vor PTCA in 3.644 Fällen (15 Zentren), die Primärerfolgsrate in 6.390 Fällen (18 Zentren) sowie eine Kontrollergometrie innerhalb drei Monaten nach PTCA bei 1.524 Fällen (9 Zentren) dokumentiert. Leicht zunehmend ist der Anteil der Typ B-Läsionen von 34 über 37 auf 47 % von 1996 bis 1998, bei gleichzeitiger Zunahme der Typ C-Läsionen auf 24 %. Die mittlere Fallbelastung für alle 141 Ärzte, die diagnostische Koronarangiographien 1998 durchführten, betrug 222 Fälle im Jahr. Die 81 "PTCA-Ärzte" führten durchschnittlich 106 Interventionen aus. Ärzte mit überdurchschnittlicher Fallzahl befürworten die Dokumentation der Fallbelastung. Österreich scheint eine jener Nationen weltweit zu sein, die seit Jahren eine komplette und kontrollierte nationale Datenbank für invasive und interventionelle Kardiologie unterhält. Darüberhinaus veranstalten wir Monitorvisiten und Rückantworten mit Diskussion der Ergebnisse, wie bei einem Audit-Verfahren. Höhere Fallzahlen bei geringeren Komplikationsraten trotz eher schwerwiegenderen Krankengutes sprechen für eine gleichzeitige Qualitätsverbesserung. Damit ist allerdings nicht erwiesen, daß das eine (Qualitätsverbesserung) ursächliche Folge des anderen (Audit) ist.
 
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